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Hamiltons Comeback: Holt er jetzt den nächsten Titel?

10 Jahre nach seinem Spielberg-Coup kehrt Hamilton in neuer Rolle zurück – und plötzlich träumt Ferrari vom ganz großen Wurf.

25.06.2026, 10:52 Uhr

Hamilton weckt bei Ferrari neue Titelträume

In Italien wachsen nach Lewis Hamiltons erstem großen Erfolg im Ferrari bereits wieder die Hoffnungen auf ein neues Motorsport-Märchen. Erinnerungen an Michael Schumacher werden wach, der im Jahr 2000 in seiner fünften Saison den WM-Titel nach Maranello zurückholte. Ob Hamilton Ähnliches schon in seinem zweiten Jahr im roten Renner gelingt, ist offen. Der Weg dorthin ist noch weit, doch die Euphorie nach seinem emotionalen Premierensieg kennt kaum Grenzen.

Auf die Frage nach einem möglichen achten WM-Titel reagierte Hamilton allerdings zurückhaltend. Daran denke er derzeit noch nicht, betonte der Brite. Mit einer weiteren Fahrerkrone könnte er als erster Pilot in der Formel-1-Geschichte Schumacher überholen. Die nächste Gelegenheit, seinen Aufschwung zu bestätigen, bietet sich am Sonntag beim Großen Preis von Österreich in Spielberg. Dort konnte Hamilton bislang erst einmal gewinnen – vor zehn Jahren noch im Mercedes.

Schwierige Anfangszeit bei Ferrari

Lange sah es nicht danach aus, dass Hamilton im Spätherbst seiner Karriere noch einmal ganz nach vorn fahren würde. Nach seinem viel beachteten Wechsel von Mercedes zu Ferrari lief zunächst fast nichts zusammen. Die Enttäuschung war groß, weil das Auto nicht so funktionierte, wie er es sich vorgestellt hatte. Ein Sprintsieg in China blieb lange der einzige Lichtblick, im Kampf um die Weltmeisterschaft spielte er keine Rolle.

Kurz vor Jahresende bezeichnete Hamilton die zurückliegende Saison sogar als die schlimmste seiner Laufbahn. Aufgeben kam für ihn trotzdem nicht infrage. Stattdessen arbeitete er härter denn je an sich, trainierte intensiv und zeigte, dass ihm sein Alter im Duell mit deutlich jüngeren Rivalen kaum anzumerken ist.

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton kommt immer besser mit seinem Ferrari klar. (Archivbild) Quelle: David Davies/PA Wire/dpa

Ferrari wartet seit 2007 auf einen Fahrer-Titel

Zugleich half Hamilton dabei, bei Ferrari neue Entwicklungen anzustoßen. Der letzte Fahrer-Weltmeister der Scuderia war Kimi Räikkönen im Jahr 2007. Danach scheiterten mit Fernando Alonso und Sebastian Vettel gleich mehrere prominente Namen am Mythos Ferrari. Siege gelangen zwar, doch zum ganz großen Wurf reichte es nie. Auch Charles Leclerc, einst als Hoffnungsträger gestartet, kam bislang nicht über den Status des Vizeweltmeisters hinaus. Inzwischen sitzt der Monegasse schon im achten Jahr im Ferrari – und muss sich plötzlich hinter Hamilton einordnen.

Lewis Hamilton kommt mit seinem Ferrari immer besser zurecht.

Vor dem achten Saisonrennen liegt Hamilton mit 41 Punkten Rückstand hinter dem Italiener Kimi Antonelli im Mercedes auf Rang zwei der WM-Wertung. Das Werksteam aus Brackley, für das Hamilton von 2013 bis 2024 fuhr, hatte die ersten sechs Saisonrennen gewonnen. In Barcelona holte sich der Brite schließlich mit einer starken Leistung im verbesserten Ferrari seinen 106. Grand-Prix-Sieg.

Mercedes bleibt vorerst die Messlatte

Wie es nun weitergeht, kann Hamilton selbst noch nicht genau einschätzen. Er lobte Mercedes für ein beeindruckend schnelles Auto und starke Leistungen beider Fahrer. Gleichzeitig benannte er auch klar das Hauptproblem von Ferrari: Beim Tempo gibt es im Vergleich zur Konkurrenz weiterhin einen Rückstand.

Vor allem auf Strecken mit langen Vollgaspassagen und hohem Topspeed scheint Mercedes derzeit noch im Vorteil zu sein. Hinzu kommt, dass Ferrari konstanter werden muss – ein Mangel, der in der Vergangenheit immer wieder Titelchancen kostete. Bei Mercedes weiß man deshalb genau, wie gefährlich Hamilton werden kann, wenn er erst einmal in Schwung kommt.

Wolff warnt vor Hamiltons Aufholjagd

Mercedes-Teamchef Toto Wolff traut seinem früheren Spitzenfahrer weiterhin alles zu. Wenn Hamilton eine Chance wittere, greife er an – und sei dann nur schwer zu bremsen, sagte der Österreicher. Trotz aller Rivalität freute sich Wolff auch über das Comeback seines ehemaligen Schützlings, der sechs seiner sieben WM-Titel mit Mercedes gewann.

Wolff erklärte zudem, Hamilton habe auf dem Podium sehr glücklich gewirkt. Vielleicht spiele auch sein privates Umfeld dabei eine Rolle. Offiziell ist eine Beziehung zu US-Star Kim Kardashian zwar nicht bestätigt, doch im Fahrerlager gilt das längst als offenes Geheimnis. Schon in Monaco war die Amerikanerin prominent dabei, als Hamilton dort Rang zwei feierte.

Ferrari setzt in Spielberg auf Verbesserungen

Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur betonte derweil, Hamilton habe sich aus eigener Kraft aus seiner sportlichen Krise befreit. Der Brite habe den Fokus komplett neu gefunden, sagte der Franzose. Nun wollen Fahrer und Team gemeinsam den Wagen weiterentwickeln. Hamilton ist überzeugt, dass im Kern ein starkes Auto vorhanden ist. Ziel sei es nun, die Schwächen Schritt für Schritt auszuräumen. In Spielberg soll bereits ein überarbeiteter Motor eingesetzt werden.

Welches Potenzial noch in Hamilton steckt, zeigte sein Erfolg in Spanien. Dort gewann er als erst vierter Fahrer der Formel-1-Geschichte im Alter von über 40 Jahren ein Rennen. Vieles deutet darauf hin, dass dieser Triumph nicht sein letzter gewesen sein muss.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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