Fußball

WM-Start mit 26: Nur dieser Star fehlt Nagelsmann

Neuer zurück, Havertz fehlt noch: Was Nagelsmann jetzt in Herzogenaurach plant, könnte Deutschlands WM-Chancen prägen.

27.05.2026, 13:00 Uhr

Nagelsmann eröffnet die WM-Vorbereitung in Herzogenaurach

Julian Nagelsmann hat mit allen verfügbaren Nationalspielern die Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft aufgenommen. Im Teamquartier in Herzogenaurach stand nach der Ankunft der DFB-Profis zunächst ein erstes Teammeeting auf dem Programm. Mit dabei waren auch Rückkehrer Manuel Neuer und Kapitän Joshua Kimmich. Rund zwei Dutzend Fans empfingen die Spieler bei ihrer Anreise.

Auch Bayern-Torwart Jonas Urbig gehört in Franken zum Kreis der Mannschaft, allerdings als zusätzliches Trainingsmitglied außerhalb des offiziellen WM-Kaders. Bei der ersten Ansprache des Bundestrainers waren damit 25 WM-Spieler sowie Urbig dabei – einzig Kai Havertz fehlte noch.

Nagelsmann und Völler betonen Zusammenhalt

Zum Auftakt der Vorbereitung setzten Nagelsmann und DFB-Sportdirektor Rudi Völler bei einer rund 45-minütigen Pressekonferenz einen klaren Schwerpunkt: Der Teamgeist soll zu einem entscheidenden Faktor für ein erfolgreiches Turnier werden.

Nagelsmann sagte, die Nationalmannschaft solle auf dem Weg zur WM in den USA, Kanada und Mexiko wie eine „gut funktionierende Familie“ auftreten. Dieses Bild habe er auch bereits in der ersten Mannschaftsbesprechung vermittelt. Passend dazu dürfen am Freitag auch Partnerinnen und Kinder der Nationalspieler im Teamquartier vorbeischauen.

Völler unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Innenlebens der Mannschaft. Innerhalb des Teams müsse alles stimmen, gerade mit Blick auf ein langes Turnier mit vielen Reisen, hohen Temperaturen und starker Konkurrenz.

Völler verteidigt Nagelsmann in der Causa Neuer

Völler stellte sich zum Start der WM-Vorbereitung demonstrativ hinter den Bundestrainer – auch mit Blick auf die zuletzt diskutierte Kommunikation rund um Manuel Neuer. Die Kritik daran wies er zurück und lobte Nagelsmann dafür, dass er sich schwierigen Themen offen stelle. Zwischen dem Bundestrainer und dem Sportdirektor präsentierte sich in Herzogenaurach eine sichtbar eingespielte Doppelspitze.

Kein Neuer-Comeback gegen Finnland

Das Länderspiel-Comeback von Manuel Neuer wird derweil noch verschoben. Nagelsmann kündigte an, dass der 40 Jahre alte Torwart im Testspiel am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in Mainz gegen Finnland nicht im Tor stehen wird. Wegen einer leichten Verhärtung in der Wade soll beim Rekordkeeper kein Risiko eingegangen werden.

Im Trainerteam sei deshalb entschieden worden, auf einen Einsatz gegen Finnland zu verzichten. Nagelsmann sagte, ein unnötiges Spiel mache in dieser Phase keinen Sinn. Neuer sei mit der Entscheidung einverstanden gewesen. Ziel bleibt, ihn zur Gruppenphase in bestmöglicher Verfassung zur Verfügung zu haben. Sein 125. Länderspiel könnte damit frühestens in den USA folgen.

Trotz der vorsichtigen Belastungssteuerung stellte Nagelsmann klar, dass Neuer als Nummer eins in das Turnier gehen soll. Der Bundestrainer betonte, dass die Mannschaft mit Neuer stärker sei als ohne ihn. Auch die Rückkehr des Weltmeisters von 2014 sei unkompliziert verlaufen – Neuer sei kein Neuling, sondern ein Rückkehrer.

Gegen Finnland wird stattdessen Oliver Baumann im deutschen Tor stehen. Nagelsmann traut dem Hoffenheimer in seiner Rolle als klare Alternative viel zu und erwartet eine starke Leistung.

Havertz fehlt zunächst aus erfreulichem Grund

Nicht dabei war zunächst nur Kai Havertz. Nagelsmann sprach von einem „erfreulichen Grund“ für das Fehlen des Offensivspielers: Havertz bereitet sich mit dem FC Arsenal auf das Champions-League-Finale am Samstag um 18.00 Uhr in Budapest gegen Paris Saint-Germain vor.

Zwei Tage nach dem Testspiel gegen Finnland fliegt der DFB-Tross von Frankfurt nach Chicago. Dort soll Havertz dann möglichst direkt zur Mannschaft stoßen. Am 6. Juni bestreitet Deutschland in den USA die Generalprobe gegen den Mitgastgeber.

Keine große Ansage, aber viel Zuversicht

Eine forsche Titelansage vermieden die Verantwortlichen diesmal. Völler zeigte sich zwar überzeugt vom Potenzial der Mannschaft, ordnete Deutschland aber nicht unter die Topfavoriten ein. Zugleich machte er deutlich, dass die DFB-Auswahl für jeden Gegner schwer zu schlagen sein soll.

Nach den frühen WM-Aus 2018 und 2022 sei zunächst entscheidend, die Gruppenphase diesmal zu überstehen – möglichst als Gruppensieger. Völler betonte zudem, dass echter Teamspirit nicht allein durch Worte entstehe, sondern vor allem durch Erfolgserlebnisse.

Erst Finnland, dann Chicago und die Gruppenphase

Bis Samstag will Nagelsmann in Herzogenaurach die ersten Grundlagen für das Turnier legen. Die erste Trainingseinheit auf dem Rasen ist für Donnerstag um 11.00 Uhr vorgesehen, außerdem stehen Termine mit Sponsoren an.

Am Sonntag folgt in Mainz das ausverkaufte Testspiel gegen Finnland. Zwei Tage später reist die Mannschaft nach Chicago weiter. Dort wartet am 6. Juni mit den USA der letzte Härtetest vor dem WM-Start – dann möglichst mit Neuer im Tor.

In der Gruppenphase trifft Deutschland auf Curaçao am 14. Juni in Houston, auf die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto und auf Ecuador am 25. Juni in East Rutherford.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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