Dürr plant Stellenabbau bei BBS Automation
Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr will bei seiner Tochtergesellschaft BBS Automation weltweit rund 500 Arbeitsplätze abbauen. Wie das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen mitteilte, entfallen davon etwa 200 Stellen auf die vier deutschen Standorte. Der Stellenabbau ist für dieses sowie für das kommende Jahr vorgesehen.
Nach Angaben des Konzerns sollen betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermieden werden, ausgeschlossen seien sie jedoch nicht. In Kürze sollen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern beginnen. Mit dem gestarteten Effizienzprogramm will Dürr die Wettbewerbsfähigkeit und die Profitabilität von BBS Automation verbessern. Angepeilt werden Einsparungen von rund 30 Millionen Euro pro Jahr. Für den Umbau rechnet das Unternehmen 2026 mit Kosten zwischen 40 und 50 Millionen Euro.
Dürr hatte den Automatisierungsspezialisten aus Garching bei München Mitte 2023 übernommen. BBS Automation beschäftigt weltweit etwa 2.300 Menschen. Ein Teil des Geschäfts entfällt auf Produktionsanlagen für die Automobilindustrie, vor allem im Bereich Elektromobilität. Darüber hinaus liefert das Unternehmen unter anderem Systeme zur Herstellung medizinischer Produkte wie Spritzen.
Schwächere Nachfrage belastet das Geschäft
Auslöser für den Einschnitt sind die schwache Konjunktur und sinkende Bestellungen der Autohersteller. Trotz der steigenden Nachfrage nach Elektroautos investiert die Branche vorerst vorsichtig in neue Produktionsanlagen, weil vorhandene Fertigungslinien zunächst besser ausgelastet werden sollen. Deshalb reduziert Dürr auch die bisherigen Wachstumsziele für die Tochter. Statt eines Umsatzes von 800 Millionen Euro peilt das Unternehmen ab 2030 nun nur noch mehr als 600 Millionen Euro an.
Bereits 2025 hatte Dürr den Abbau von rund 500 Stellen in der Verwaltung angekündigt, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Hintergrund war damals die Verkleinerung des Konzerns nach dem Verkauf der Umweltsparte.
Jahresprognose bleibt bestehen
Trotz der Schwierigkeiten bei BBS Automation hält Dürr an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Die schwächere Entwicklung der Tochter soll durch andere Geschäftsbereiche aufgefangen werden. Im Zeitraum von April bis Juni stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal von rund 807 Millionen auf 914 Millionen Euro. Der Umsatz ging dagegen um etwa zwei Prozent auf 981 Millionen Euro zurück.
Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich leicht auf 4,3 Prozent. Positive Impulse kamen vor allem aus dem Bereich Automotive, der unter anderem größere Aufträge für Lackieranlagen aus Brasilien und Indien verbuchte. Den vollständigen Halbjahresbericht will Dürr am 6. August veröffentlichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber