Politik

Showdown gegen Maduro: Prozess wohl ab 1. Juni 2027

Kokain, Macht, New York: Warum die USA Maduro spektakulär festnehmen ließen – und was nun vor Gericht ans Licht kommt.

22.07.2026, 19:32 Uhr

Der Prozess gegen Venezuelas langjährigen Machthaber Nicolás Maduro, der vom US-Militär festgenommen wurde, soll am 1. Juni 2027 in New York starten. Das erklärte sein Anwalt Barry Pollack der Deutschen Presse-Agentur. Auch mehrere US-Medien berichteten über einen entsprechenden Gerichtsbeschluss. Die Anklage hatte zuvor beantragt, das Verfahren im Juni beginnen zu lassen.

Maduro hatte Venezuela über Jahre hinweg an der Spitze einer sozialistischen Regierung autoritär regiert. Zu Beginn des Jahres wurden er und seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas bei einem umstrittenen Einsatz von US-Spezialkräften gefasst. Kritiker bezeichneten die Aktion als möglichen Verstoß gegen das Völkerrecht.

Welche Vorwürfe die USA erheben

Die Vereinigten Staaten haben Maduro und seine Frau Cilia Flores unter anderem wegen sogenannten "Drogenterrorismus" angeklagt. Nach Darstellung der US-Justiz soll der 63-Jährige seine Zeit als Präsident sowie frühere Regierungsämter genutzt haben, um über Jahre den Schmuggel von mehreren Tausend Tonnen Kokain in die USA zu erleichtern.

In der Anklage wird ihm außerdem vorgeworfen, Diplomatenpässe an Drogenhändler verkauft, unter diplomatischem Schutz stehende Flüge für Drogengelder ermöglicht und Drogentransporte abgesichert zu haben. Demnach soll Maduro mit Drogenkartellen kooperiert und daraus auch persönlich Nutzen gezogen haben.

Maduro und Flores bestreiten sämtliche Anschuldigungen. Stattdessen werfen sie den USA vor, sie entführt zu haben. Seit ihrer Festnahme sitzen beide in Untersuchungshaft im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn.

Übergangsregierung in Caracas arbeitet mit Washington zusammen

An der Spitze Venezuelas steht derzeit die frühere Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin. Sie kooperiert mit Washington unter anderem in Energiefragen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump versucht, die umfangreichen Ölreserven des Landes im Interesse der USA zu nutzen und hat inzwischen großen Einfluss auf Venezuelas Ölsektor und Politik. Das Land verfügt über die größten nachgewiesenen Erdölreserven weltweit.

Spätestens seit der umstrittenen Präsidentenwahl im Juli 2024 erkannten die USA und zahlreiche weitere Staaten Maduro nicht mehr als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an. Schon Monate vor dem Einsatz der US-Streitkräfte in Caracas hatte das US-Militär mehrfach Boote in der Karibik und im Pazifik angegriffen, die nach amerikanischen Angaben Drogen transportierten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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