Österreich und Algerien retten sich mit Last-Minute-Drama in die K.-o.-Runde
Österreich und Algerien haben sich nach einem spektakulären 3:3 in Kansas City für das Sechzehntelfinale der Fußball-WM qualifiziert. In einer bis zur letzten Sekunde packenden Partie brachte erst Sasa Kalajdzic die Österreicher mit seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+6) zurück ins Turnier. Kurz zuvor hatte Riyad Mahrez mit seinem zweiten Tor des Abends (90.+3) Österreich noch aus den Top zwei verdrängt.
Für Österreich geht es nun gegen Mitfavorit Spanien weiter, Algerien trifft auf die Schweiz und hat damit auf dem Papier die angenehmere Aufgabe erwischt. Das ist bemerkenswert, weil die Nordafrikaner ihre Gruppe nur hinter Argentinien und Österreich als Dritter abgeschlossen hatten.
Vor 69.045 Fans hatte Österreich zweimal vorgelegt: Marko Arnautovic traf in der 28. Minute, Marcel Sabitzer erhöhte nach der Pause (55.). Algerien schlug jedoch jeweils zurück und kam durch Rafik Belghali (45.) und Mahrez (60.) verdient zum Ausgleich. In der Schlussphase wurde die Begegnung dann endgültig zum Krimi.
Messi trifft bei Argentiniens 50. WM-Sieg
Titelverteidiger Argentinien hat zum Abschluss der Gruppenphase Jordanien mit 3:1 besiegt und dabei den 50. WM-Erfolg der Verbandsgeschichte gefeiert. Häufiger haben bei Weltmeisterschaften nur Brasilien und Deutschland gewonnen.
Lionel Messi saß zunächst auf der Bank und wurde in der 60. Minute eingewechselt. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass er bei einer WM nicht in der Startelf stand. Rund 20 Minuten nach seiner Einwechslung traf der Superstar per Freistoß und schraubte sein WM-Torkonto auf 19 Treffer. Zudem ist der 39-Jährige nun der erste Spieler, der in sieben WM-Spielen in Serie mindestens einmal getroffen hat.

Die weiteren argentinischen Tore erzielten Giovani Lo Celso (19.) und Lautaro Martínez per Elfmeter (31.). Für Jordanien war Musa Al-Taamari erfolgreich (55.).
Kroatien wendet das Vorrunden-Aus ab
Kroatien hat das frühe WM-Aus verhindert und sich mit einem 2:1 gegen Ghana den Einzug in die Runde der letzten 32 gesichert. Das Team um Luka Modrić beendet die Gruppe damit auf Rang zwei.
Vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia sorgten Petar Sucic (31.) und Nikola Vlasic (83.) für die Treffer der Kroaten. Derrick Luckassen hatte Ghana zwischenzeitlich in der 73. Minute zurück ins Spiel gebracht. Vlasic traf nach Vorarbeit von Modrić.
Kroatien bekommt es nun mit Portugal und Cristiano Ronaldo zu tun. Ghana, dessen Weiterkommen schon vor dem Anpfiff feststand, spielt als Nächstes gegen Kolumbien.
England holt den Gruppensieg, Kane stellt Rekord auf
England hat sich mit einem 2:0 gegen Panama Platz eins in der Gruppe gesichert. Nach einer torlosen ersten Hälfte steigerte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel deutlich.
Jude Bellingham brachte die Engländer vor 80.663 Zuschauern in der 62. Minute in Führung und bereitete nur fünf Minuten später auch den Treffer von Harry Kane vor. Mit seinem Kopfballtor ist Kane nun alleiniger WM-Rekordtorschütze Englands.
Für Panama hatte das Aus bereits vor dem Spiel festgestanden.
Portugal verpasst gegen Kolumbien den Gruppensieg
Portugal hat bei der WM erneut nicht überzeugt und durch ein glückliches 0:0 gegen starke Kolumbianer den Gruppensieg verpasst. Die Südamerikaner sicherten sich Rang eins in Gruppe K verdient.
Das hat auch Folgen für den weiteren Turnierverlauf: Kolumbien trifft in der K.-o.-Phase auf Ghana, Portugal muss gegen Kroatien ran. Sollte die portugiesische Auswahl weiterkommen, könnte im Achtelfinale Europameister Spanien warten.
DR Kongo dreht Spiel gegen Usbekistan und zieht weiter
Die DR Kongo steht im Sechzehntelfinale und ist damit das achte afrikanische Team in der WM-Zwischenrunde. Die Mannschaft, die sich erst über die interkontinentalen Play-offs qualifiziert hatte, gewann gegen Usbekistan nach Rückstand noch mit 3:1.
Usbekistan war durch ein sehenswertes Tor von Eldor Shomurodov früh in Führung gegangen (10.), blieb am Ende aber ohne Punkt und schied als Gruppenletzter aus. Nach der Pause drehte die DR Kongo die Partie: Yoane Wissa traf per Foulelfmeter (68.) und in der Nachspielzeit erneut (90.+1), dazwischen war auch Fiston Mayele erfolgreich (78.).
Im Sechzehntelfinale wartet nun England.
Brown zurück im Mannschaftstraining des DFB
Vor dem ersten K.-o.-Spiel gegen Paraguay kann die deutsche Nationalmannschaft wieder auf Nathaniel Brown hoffen. Der 23 Jahre alte Außenverteidiger absolvierte laut DFB zwei Tage vor dem Sechzehntelfinale wieder das Teamtraining.
Damit steigen die Chancen auf einen Einsatz des Frankfurters deutlich. Brown hatte beim 1:2 gegen Ecuador wegen muskulärer Probleme gefehlt. Sportdirektor Rudi Völler hatte vor der Einheit erklärt, dass alle im Team auf eine rechtzeitige Rückkehr hoffen.
Nach dem WM-Aus: Schottlands Trainer Clarke tritt zurück
Schottlands Nationaltrainer Steve Clarke hat nach dem Aus in der Vorrunde seinen Rücktritt erklärt. Die Schotten waren in Gruppe C hinter Brasilien und Marokko mit drei Punkten Dritter geworden. Nach weiteren Ergebnissen am Samstagabend war das Scheitern endgültig besiegelt.
In einem offenen Brief bedankte sich der 62-Jährige bei seiner Mannschaft. Ohne die Spieler, so Clarke, wären die gemeinsamen Erlebnisse seit 2019 nicht möglich gewesen. Es sei für ihn eine große Ehre gewesen, das Team zu trainieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber