Fußball

WM-Nacht eskaliert: Kane schützt Tuchel, Hass im Netz

Tuchel-Zoff, Rassismus, Hass im Netz: Vor den WM-Halbfinals eskalieren die Debatten rund um England und abseits des Platzes.

13.07.2026, 05:00 Uhr

Vor den Halbfinals der Fußball-WM bestimmen nicht nur sportliche Fragen die Schlagzeilen. Im englischen Lager stärkt Bayern-Profi Harry Kane seinem Trainer Thomas Tuchel nach dessen indirekter Auseinandersetzung mit Jude Bellingham den Rücken. Vor dem ersten Semifinale zwischen Frankreich und Spanien am Dienstag um 21.00 Uhr sorgt zudem eine rassistische Bemerkung für heftige Kritik. Das waren die wichtigsten Themen der WM-Nacht:

Kane stellt sich hinter Tuchel: „Er will das Maximum aus uns herausholen“

Nach dem 2:1 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen Norwegen hatte Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel trotz des Erfolgs deutliche Kritik geäußert. Seine Mannschaft habe von Glück profitiert, zu nachlässig agiert und sich viele technische Fehler erlaubt. Jude Bellingham, der beide englischen Treffer erzielte, hielt dagegen und meinte, man könne nicht jede Partie mit endlosen Passstafetten gewinnen, sondern müsse mitunter auch dreckige Siege einfahren.

Nun hat sich Kapitän Harry Kane hinter Tuchel gestellt. Der Coach wolle die Mannschaft an ihr Leistungsmaximum führen, sagte der Angreifer. Zugleich wisse das Team selbst, dass noch Luft nach oben sei. Gegen Norwegen habe England das eigene Potenzial nur phasenweise gezeigt.

Im Halbfinale wartet am Mittwoch um 21.00 Uhr in Atlanta Argentinien. Kane sprach von einem Duell mit einer der besten Mannschaften der Welt. Positiv sei aber, dass England trotz des Einzugs ins Halbfinale weiterhin das Gefühl habe, sich noch steigern zu können.

Mariano Rajoy
Mariano Rajoy erhält kräftig Widerspruch. (Archivbild) Quelle: Francisco Seco/AP/dpa

Kritik an Rajoy: Vorwurf des Rassismus vor Spanien gegen Frankreich

Mit einer umstrittenen Äußerung hat Spaniens ehemaliger Ministerpräsident Mariano Rajoy kurz vor dem Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich Empörung ausgelöst. In einem Beitrag für „El Debate“ schrieb der frühere konservative Regierungschef, Frankreich verfüge zwar über einen Kader von höchster Qualität, jedoch stünden keine Franzosen in dieser Mannschaft.

Die Aussage löste in Spanien und Frankreich massive Ablehnung aus. Frankreichs Verbandspräsident Philippe Diallo sprach auf X von „unerträglichem Rassismus“. Auch Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez verurteilte die Bemerkung scharf und nannte sie „völlig inakzeptabel“.

Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sánchez betonte, am Ende solle die bessere Mannschaft gewinnen – und der Rassismus verlieren.

Mariano Rajoy erhält kräftig Widerspruch. (Archivbild)

Hassbotschaften gegen Norwegens Sörloth

Norwegens Stürmer Alexander Sörloth ist nach dem WM-Aus seiner Mannschaft Ziel massiver Beleidigungen in den sozialen Netzwerken geworden. Seine Partnerin Lena Selnes veröffentlichte bei Instagram mehrere Nachrichten, die sie erhalten hatte. Darin finden sich unter anderem Morddrohungen und Aufforderungen zum Suizid.

Norwegen war am Samstag im Viertelfinale in Miami unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung an England gescheitert. Sörloth hatte beim Stand von 1:0 in der ersten Halbzeit eine gute Chance ausgelassen.

Alexander Sörloth (r) sieht sich Hass-Nachrichten ausgesetzt.

BVB-Geschäftsführer sieht in Klopp mehr als nur einen Trainer

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Carsten Cramer traut Jürgen Klopp als möglichem neuen Bundestrainer eine Wirkung weit über den Fußball hinaus zu. Im Interview mit dem „Kicker“ sagte Cramer, ihm falle kein Argument gegen Klopp ein. Er würde es sehr begrüßen, wenn der DFB und Klopp zusammenfänden.

Klopp stehe aus seiner Sicht für vieles, was nicht nur dem Fußball, sondern auch dem Land insgesamt derzeit fehle. Mit ihm könne ein positiver Impuls entstehen, der möglicherweise über den Sport hinausreiche.

Nach Informationen gibt es bereits eine grundsätzliche Verständigung zwischen Klopp und den Spitzen des Deutschen Fußball-Bunds um Präsident Bernd Neuendorf sowie Hans-Joachim Watzke. Offen ist allerdings noch eine Einigung mit Klopps aktuellem Arbeitgeber Red Bull.

Carsten Cramer schwärmt von Jürgen Klopp. (Archivbild)

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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