Fußball

Völler knallhart: Politik-Verbot bei der WM

Brisante WM mit politischem Zündstoff: Warum der DFB nach dem Katar-Debakel diesmal nur noch über Fußball reden will

27.05.2026, 16:20 Uhr

Völler: Bei der WM soll der Sport im Mittelpunkt stehen

DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat angekündigt, dass die Nationalmannschaft aus den Diskussionen rund um die WM in Katar Konsequenzen zieht. Beim Turnier, das am 11. Juni in Kanada, Mexiko und den USA beginnt, soll der Fokus nach seinen Worten klar auf Fußball und sportlichem Erfolg liegen.

Mit Blick auf die Ereignisse vor der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan bei der vergangenen WM sagte der 66-Jährige, dass es künftig keine Aktionen oder Interviews mehr unmittelbar vor einem Spiel geben solle. Damals war die Debatte um die Kapitänsbinde zu einem großen Thema geworden. Am Ende schied Deutschland erneut bereits in der Vorrunde aus.

Vor dem Japan-Spiel hatten die deutschen Spieler beim Mannschaftsfoto demonstrativ ihre Hände vor den Mund gehalten. Damit reagierten sie auf die politischen Umstände im Gastgeberland Katar. Zuvor war geplant gewesen, dass der damalige Kapitän Manuel Neuer mit einer Regenbogenbinde aufläuft. Die FIFA hatte dies jedoch untersagt.

Politik und Fußball stärker voneinander abgrenzen

Bei der ersten Pressekonferenz zur unmittelbaren WM-Vorbereitung in Herzogenaurach erklärte Völler, man sei gut beraten, Politik und Fußball zumindest ein Stück weit zu trennen. Zugleich betonte er, dass es innerhalb der DFB-Auswahl keine Sprechverbote geben werde.

Unpolitisch sei die Mannschaft deshalb nicht, machte Völler deutlich. Es gebe viele Entwicklungen in der Welt, die niemand gutheißen könne. Auch er wünsche sich mehr Frieden. Dennoch könne der Fußball diese Probleme nicht lösen. Die Aufgabe des Teams sei es, bei der Weltmeisterschaft erfolgreich zu spielen.

Deutliche Absage an Boykottforderungen

Angesichts der internationalen politischen Lage und der Entwicklungen in den USA unter Präsident Donald Trump äußerte sich Völler auch kritisch zu Forderungen nach einem Boykott des Turniers.

Er erinnerte daran, dass er bereits als junger Spieler Boykotte abgelehnt habe. Als Beispiel nannte er die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau, die von vielen westlichen Staaten, darunter auch der Bundesrepublik, boykottiert worden waren. Schon damals habe er diese Entscheidung für falsch gehalten. Aus seiner Sicht habe sie letztlich nichts bewirkt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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