Julian Schuster, Trainer des SC Freiburg, hat sich nach dem 1:3 gegen den FC Bayern betroffen über den gesundheitlichen Zwischenfall bei Münchens Cheftrainer Vincent Kompany geäußert. Das Thema habe ihn beschäftigt, sagte Schuster, und sei sowohl im Trainerkreis als auch privat besprochen worden. Zugleich verwies er darauf, dass Coaches oft nicht gut genug auf die eigenen Belastungsgrenzen achten, weil die Verantwortung für Mannschaft und Umfeld im Vordergrund stehe.
Kompany war am Freitag kollabiert, nachdem er nach dem Abschlusstraining der Profis noch die Einheit der Bayern-Amateure verfolgt hatte. Ein Notarzt wurde hinzugezogen. Ob ein vorausgegangener Infekt damit in Zusammenhang steht, ist bislang unklar. Ebenso offen ist, wann der Belgier wieder an die Seitenlinie zurückkehren kann. Zunächst übernimmt Co-Trainer Aaron Danks diese Aufgabe.
Schuster hofft auf mehr Bewusstsein für Trainergesundheit
Schuster wünschte seinem Münchner Kollegen vor allem Ruhe und genügend Zeit zur Erholung. Der 41-Jährige gab den Bayern zudem ein kleines Geschenk für Kompany mit. Aus seiner Sicht könnte der Vorfall auch dazu beitragen, das Thema Gesundheit von Cheftrainern stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Trainer selbst lernen müssten, solche Pausen auch tatsächlich zuzulassen.
Er schilderte, dass er selbst seit Amtsantritt keinen einzigen Fehltag gehabt habe. Viele Trainer wollten stets verfügbar sein – für die Spieler, das eigene Team und den gesamten Staff. Der Beruf sei dadurch nicht auf einzelne Arbeitsstunden begrenzt, sondern begleite einen praktisch ununterbrochen.
Wochen ohne Pause gehören zum Alltag
Schuster sprach zudem über die hohe Belastung im Fußballgeschäft. Es gebe immer wieder Phasen, in denen über mehrere Wochen kein freier Tag möglich sei. Entsprechend fehle oft die Zeit, wirklich abzuschalten oder kleinere gesundheitliche Probleme vollständig auszukurieren. Der eigene Anspruch, präsent zu sein und helfen zu wollen, verstärke diese Situation zusätzlich.
Wie bei Kompany spiele auch bei ihm das Familienleben eine Rolle, betonte Schuster. Gerade wenn alle drei oder vier Tage Partien anstehen, bewege man sich ständig zwischen emotionaler Nachwirkung des letzten Spiels und der unmittelbaren Vorbereitung auf die nächste Aufgabe. Kaum sei ein Spiel verarbeitet, richte sich der Fokus schon wieder auf den kommenden Gegner.
Auch beim SC Freiburg ist der Terminplan derzeit eng getaktet. Wie die Bayern sind auch die Breisgauer international im Einsatz. Zwischen dem 11. Oktober und dem 8. November stehen für den Sport-Club insgesamt neun Pflichtspiele an. Bereits am Mittwoch wartet im DFB-Pokal die nächste Partie, danach folgt am Samstag in der Bundesliga das Auswärtsspiel beim FC Augsburg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber