Trotz 0:1 gegen Kaiserslautern: Nürnberg hält an positivem Eindruck fest
Der 1. FC Nürnberg ließ sich nach dem Schlusspfiff von seinen Fans feiern, obwohl das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 0:1 verloren ging. Für den "Club" war es die erste Niederlage der Saison in der 2. Bundesliga.
Durch das dritte Spiel nacheinander ohne Sieg beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Hertha BSC nun sieben Punkte. Zudem blieb Nürnberg erstmals in dieser Spielzeit ohne eigenen Treffer. Rein vom Ergebnis her gab es also wenig Anlass zur Zufriedenheit.
Viel Aufwand, kein Ertrag
Trotzdem war die Stimmung nach der Partie bemerkenswert gelassen. Weder bei Spielern noch bei Trainer Miroslav Klose oder den Anhängern überwog der Frust. Stürmer Piet Scobel sprach sogar von einer starken Vorstellung. Nürnberg habe sich zahlreiche Möglichkeiten erarbeitet und defensiv nur wenig zugelassen. Das entscheidende Tor erzielte der eingewechselte Erencan Yardimci per Kopf in der 58. Minute.
Auch Klose sah den Hauptgrund für die Niederlage in der mangelnden Chancenverwertung. Die Statistik sprach mit 27 Torschüssen und deutlich mehr Ballbesitz klar für die Gastgeber. Julian Justvan brachte die Enttäuschung auf den Punkt: Dieses Spiel hätte man nicht verlieren dürfen.
Zoma fehlt – und mit ihm ein besonderer Faktor
Im ersten Spiel ohne Topstürmer Mohamed Ali Zoma blieb Nürnbergs sonst so starke Offensive diesmal ohne Erfolg. Der italienische Nationalspieler fällt nach einer Schulteroperation bis ins neue Jahr aus und verfolgte die Partie mit Armschlinge von außen.

Seine Mitspieler bissen sich an der Lauterer Defensive und vor allem an Torwart Julian Krahl die Zähne aus. Besonders dessen starke Parade gegen einen Schuss von Rayan Ghrieb in den Winkel sorgte für Aufsehen.
Scobel erklärte, dass Zoma dem Team mit seiner individuellen Klasse natürlich fehle. Mit ihm habe man stets das Gefühl, dass aus dem Nichts eine gefährliche Aktion oder sogar ein Tor entstehen könne.
Klose vertraut den Alternativen
Dass Zomas Ausfall einen dauerhaften Rückschlag für die Saison bedeutet, wollte in Nürnberg jedoch niemand gelten lassen. Justvan betonte, die Mannschaft könne dessen Stärken zwar nicht eins zu eins ersetzen, aber auf andere Weise auffangen.
Klose sieht das ähnlich. Seiner Ansicht nach verfüge das Team über Spieler mit anderen Qualitäten, die bislang noch nicht optimal eingebunden worden seien. Mit mehr Spielpraxis, besserem Rhythmus und wachsendem Selbstvertrauen könnten auch sie den Unterschied ausmachen.
Schwere Aufgaben warten
Leicht wird das Programm für den FCN allerdings nicht. Bereits am Mittwoch steht im DFB-Pokal die Auswärtspartie bei Bayer Leverkusen an. Danach geht es am Sonntag beim FC St. Pauli in der Liga weiter.
Die Botschaft der Fans an die Mannschaft fasste Scobel so zusammen: Wenn das Team weiter mit dieser Intensität auftrete, werde sich das früher oder später auszahlen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber