Prozess in Gelnhausen wegen mutmaßlicher Belästigungen im Freibad startet
Vor dem Jugendgericht in Gelnhausen beginnt an diesem Montag um 9.00 Uhr ein Verfahren gegen zwei Männer. Ihnen wird vorgeworfen, in einem Freibad mehrere Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren sexuell belästigt zu haben. Bei Einreichung der Anklage im November waren die beiden aus Syrien stammenden Beschuldigten 18 und 28 Jahre alt. Weil der jüngere Angeklagte rechtlich noch als Heranwachsender eingestuft wird, ist das Jugendgericht zuständig.
Der Vorfall aus dem Juni 2025 hatte überregional Aufmerksamkeit ausgelöst und auch politische Reaktionen nach sich gezogen. Ursprünglich sollte der Prozess bereits im Mai vor dem Amtsgericht starten, wurde jedoch wegen einer Erkrankung des Richters verschoben.
Vorwürfe gegen die Angeklagten
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der jüngere Angeklagte in zwei Fällen sexuelle Belästigung und in einem weiteren Fall Nötigung begangen haben. Ihm wird vorgeworfen, am 22. Juni des vergangenen Jahres in dem Freibad ein 13-jähriges Mädchen am Gesäß sowie eine 14-Jährige an Brust und Gesäß berührt zu haben. Zudem soll er eine 15 Jahre alte Zeugin im Becken gegen ihren ausdrücklichen Willen am Bein festgehalten und von hinten an ihrem Bikinioberteil gezogen haben.
Dem älteren Angeklagten legt die Staatsanwaltschaft eine sexuelle Belästigung zur Last. Er soll ebenfalls einer 14-jährigen Zeugin an das Gesäß gefasst haben.
Weitere Verfahren eingestellt
Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten die Behörden auch Wohnungen. Den Zeuginnen wurden zudem Bilder gezeigt, um mögliche Tatverdächtige zu identifizieren. Die Ermittlungen gegen drei weitere Männer wurden inzwischen eingestellt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber