Fußball

Historisch! Kramaric stoppt Bayer mit 1000. Ligator

Europa müde, Hoffenheim eiskalt: Schick reißt ab – und Kramaric schreibt mit einem ganz besonderen Treffer Geschichte.

25.10.2026, 17:30 Uhr

Hoffenheim stoppt Schick und verpasst Leverkusen einen herben Dämpfer

Die TSG Hoffenheim hat Bayer Leverkusen im Rennen um die Tabellenspitze deutlich ausgebremst. Die Kraichgauer gewannen nach einer lange zähen Partie mit 3:0 (0:0), feierten ihren zweiten Saisonsieg und zugleich das 1000. Tor der Vereinsgeschichte in der Bundesliga.

Das Jubiläumstor erzielte der eingewechselte Andrej Kramaric in der 79. Minute per Foulelfmeter. In der Schlussphase legten Alexander Prass (89.) und Max Moerstedt (90.+6) nach. Für Leverkusen war es das erste Bundesliga-Spiel der Saison ohne eigenen Treffer – und auch Torjäger Patrik Schick blieb erstmals torlos.

"Ich hoffe, die Entwicklung geht so weiter. Das gibt Selbstvertrauen und wir waren ein eingeschworener Haufen. Riesen Lob", sagte TSG-Keeper Oliver Baumann nach dem dritten Sieg in Serie bei DAZN. Kramaric sagte zu seinem Eintrag in die Klubgeschichte: "Ich freue mich extrem und bin immer noch motiviert. Es ist ein besonderes Gefühl."

Viel Regen, wenig Chancen – und ein Schiedsrichterwechsel

Vor 27.378 Zuschauern in Sinsheim entwickelte sich über weite Strecken eine ereignisarme Begegnung, begleitet von teils heftigem Regen. Kurios verlief der Wechsel an der Pfeife: Daniel Siebert musste wegen einer Wadenverletzung zur Pause raus, Robert Hartmann übernahm die zweiten 45 Minuten.

Viele Wechsel nach der Europa-Woche

Im Duell der beiden deutschen Europa-League-Starter kamen beide Teams mit Erfolgserlebnissen aus dem internationalen Geschäft. Hoffenheim hatte Lyon mit 3:0 besiegt, Leverkusen gewann 2:0 bei OFI Kreta – jenem Gegner, bei dem die TSG zum Saisonauftakt noch verloren hatte.

Angesichts des engen Programms rotierten beide Trainer kräftig. Hoffenheim erwischte den besseren Start und wirkte zunächst gefährlicher. Adam Hlozek vergab zwei gute Möglichkeiten vor der Pause, unter anderem traf er den Pfosten. Auch Fisnik Asllani scheiterte an Bayer-Keeper Mark Flekken.

Leverkusen fand offensiv diesmal kaum Lösungen. Die Werkself, die unter Carles Martinez in den ersten zehn Pflichtspielen immer mindestens zwei Tore erzielt hatte, blieb überraschend ideenlos. Moussa Diaby setzte in seinen 40 Minuten kaum Akzente und musste mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden.

Elfmeter bringt die Entscheidung

Mit zunehmender Spielzeit brachten beide Trainer frische Kräfte. Hoffenheim erhöhte damit sichtbar die Qualität. Die entscheidende Szene folgte nach einem Foul von Edmond Tapsoba an Asllani: Nach Ansicht der Videobilder zeigte Hartmann auf den Punkt.

"Der Elfmeter hat die Partie entschieden. Ich habe ihn nur leicht berührt", sagte Tapsoba später. Kramaric verwandelte sicher und brachte die TSG auf Siegkurs.

Turbulente Schlussphase und Schockmoment um Badé

In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Prass traf zum 2:0 und sah anschließend Gelb-Rot, weil er beim Jubel sein Trikot auszog.

Zuvor hatte ein heftiger Zusammenprall für bange Momente gesorgt: Moerstedt und Leverkusens Loic Badé prallten am Mittelkreis mit den Köpfen zusammen und blieben minutenlang liegen. Badé wurde schließlich auf einer Trage vom Platz gebracht, Moerstedt spielte weiter und setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.

"Es geht ihm gut, er ist unter der Dusche", sagte Bayer-Coach Martinez über Badé, der kurzzeitig benommen wirkte. Teamkollege Robert Andrich schilderte die Szene so: "Es hat richtig geknallt."

Für Leverkusen war es damit ein gebrauchter Tag – für Hoffenheim dagegen ein besonderer Abend mit Jubiläumstor, Heimsieg und neuem Selbstvertrauen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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