Fußball

Schock bei 1860 München: Insolvenz eröffnet

Schock bei 1860: Die Löwen stehen finanziell vor dem Abgrund – jetzt hat das Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet.

25.06.2026, 17:40 Uhr

Bei 1860 München ist nach den jüngsten Auseinandersetzungen mit Investor Hasan Ismaik und dem Absturz in die Regionalliga nun ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Das Amtsgericht München setzte einen Insolvenzverwalter ein, um das Vermögen der Schuldnergesellschaft vor nachteiligen Veränderungen zu schützen.

Betroffen ist die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, also jene Gesellschaft, die bislang gemeinsam vom Verein und Geldgeber Ismaik geführt wurde. Über sie liefen unter anderem der Profibereich sowie die Mannschaften U21 und U19.

Vorläufiger Verwalter mit Fußball-Erfahrung

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Max Liebig bestellt. Er war bereits in prominenten Verfahren tätig, darunter bei Türkgücü München und im Fall des Starkochs Alfons Schuhbeck. Nach Medieninformationen soll 1860-Geschäftsführer Manfred Paula den Insolvenzantrag am Dienstagabend beim Amtsgericht eingereicht haben.

Der TSV 1860 München e.V. hatte sich auf diesen Schritt bereits vorbereitet. Auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Wochenende beschlossen die Mitglieder die Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft. Diese soll künftig den Profifußball der „Löwen“ organisieren und den Neustart in der vierten Liga übernehmen. Zunächst steht vor allem der Aufbau eines wettbewerbsfähigen Kaders im Mittelpunkt.

Viele Fragen rund um die Zukunft offen

Unklar bleibt weiterhin, unter welchen Bedingungen die künftige Mannschaft auftreten wird. Denn die Merchandising GmbH und damit auch die Rechte an Logos und Schriftzügen befinden sich vollständig im Besitz von Hasan Ismaik.

Auslöser der Krise war die Kündigung eines Darlehens durch den jordanischen Investor. Dadurch konnte 1860 die wirtschaftlichen Anforderungen für einen Verbleib in der 3. Liga nicht mehr erfüllen. Zuvor waren Gespräche zwischen Ismaik und dem Stammverein gescheitert.

Ismaik, der bei vielen Anhängern seit Jahren umstritten ist, warf dem Verein zuletzt vor, die Insolvenz bewusst herbeigeführt zu haben, um ihn aus dem Klub zu drängen. Der TSV hielt dagegen und erklärte, die Forderungen des Investors seien in dieser Form nicht umsetzbar gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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