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Schon 300 Ebola-Tote im Kongo – kippt die Lage jetzt?

Ebola im Kongo eskaliert: 95 Prozent der Betten sind belegt, die Todeszahl steigt. Doch ausgerechnet jetzt gibt es Hoffnung.

25.06.2026, 16:57 Uhr

Ebola-Ausbruch im Kongo: Africa CDC erwartet bald mehr als 300 Todesopfer

Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC rechnet damit, dass die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo in wenigen Tagen die Marke von 300 überschreiten wird. Nach Angaben von CDC-Generaldirektor Jean Kaseya sind in dem zentralafrikanischen Land derzeit 1.118 Ebola-Fälle bestätigt. 291 Menschen seien bereits an der hochgefährlichen Krankheit gestorben.

Nach Einschätzung der Behörde ist der Höhepunkt des Ausbruchs noch nicht erreicht. Gleichzeitig seien jedoch schon 95 Prozent der Bettenkapazitäten ausgeschöpft. Kaseya mahnte deshalb einen schnellen Ausbau der Versorgung an. Es müssten zusätzliche Behandlungszentren aufgebaut und mehr Betten bereitgestellt werden.

Der rasante Anstieg der Fallzahlen bereitet große Sorgen. In keiner der früheren Ebola-Epidemien in Afrika sei die Zahl der bestätigten Infektionen in den ersten fünf Wochen so hoch gewesen wie bei dem aktuellen Ausbruch.

Klinische Verfahren gegen Ebola sollen kommende Woche starten

Trotz der ernsten Lage gibt es laut Africa CDC auch positive Signale. In der kommenden Woche sollen in Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri im Nordosten des Kongo, klinische Verfahren für Medikamente beginnen.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die durch engen Körperkontakt sowie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Die Eindämmung des aktuellen Ausbruchs ist besonders schwierig, weil es gegen den Bundibugyo-Typ des Virus bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Das antivirale Mittel Remdesivir, das in der kommenden Woche erprobt werden soll, ist nach Angaben Kaseyas bereits im Kongo eingetroffen. Es stammt von Herstellern aus den USA und Ägypten und soll nach einem möglichen Kontakt mit dem Erreger vorbeugend helfen. Das ebenfalls aus den USA stammende Medikament MBP134 werde in den nächsten Tagen erwartet. Darüber hinaus arbeiten mehrere Unternehmen an weiteren Impfstoffkandidaten.

Regierung ordnet 21-tägige Quarantäne an

Die kongolesische Regierung hat unterdessen eine 21-tägige Quarantäne für Menschen angeordnet, die Ebola-betroffene Gebiete innerhalb des Landes verlassen wollen. Nach offiziellen Angaben soll die Maßnahme das Ansteckungsrisiko senken und eine lückenlose Nachverfolgung potenziell exponierter Personen ermöglichen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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