Fußball

PSG-Sieg eskaliert: Über 400 Festnahmen in Frankreich

PSG feiert den Königsklassen-Triumph – doch dann kippt die Nacht: Barrikaden, brennende Autos, Verletzte und Festnahmen.

31.05.2026, 09:08 Uhr

Macron verurteilt Gewalt scharf

Der Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain ist in Frankreich erneut von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Bei der Ehrung der Mannschaft im Élysée-Palast verurteilte Präsident Emmanuel Macron die Gewalt rund um die Feierlichkeiten deutlich. Er wolle sich an solche Bilder nicht gewöhnen, sagte er.

Zugleich kündigte Macron ein hartes Vorgehen gegen die festgenommenen Gewalttäter an. Die Vorfälle hätten nichts mit Fußball oder Sport zu tun. Gegenüber denjenigen, die gefasst worden seien, werde man kompromisslos vorgehen. Solche Szenen dürften sich nicht wiederholen.

Rund 780 Festnahmen und 57 verletzte Polizisten

Nach einer Zwischenbilanz von Innenminister Laurent Nuñez wurden landesweit inzwischen rund 780 Menschen festgenommen, darunter etwa 480 allein in Paris. Zudem wurden 57 Polizisten bei den Einsätzen verletzt. Im Vergleich zu einem ähnlichen Ereignis im Vorjahr entspricht das laut Behörden einem Anstieg von rund 30 Prozent.

Die Zahlen könnten sich mit weiteren Auswertungen noch verändern. Nuñez sprach von Feierlichkeiten, die von einer Reihe von Ausschreitungen begleitet worden seien. Man habe mit einer solchen Lage gerechnet und sich darauf vorbereitet. Die Gewalt sei jedoch absolut inakzeptabel.

Team in Paris friedlich empfangen

Am Tag nach dem Finalsieg über den FC Arsenal in Budapest wurde die Mannschaft nahe des Eiffelturms in Paris empfangen. Zahlreiche Anhänger versammelten sich Berichten zufolge friedlich am Champ de Mars und feierten das Team um Kapitän Marquinhos und Trainer Luis Enrique.

Bereits am Vorabend war es jedoch in rund 15 Städten zu Zwischenfällen gekommen. Aus Rennes, Straßburg, Clermont-Ferrand und Grenoble wurden unter anderem Plünderungen gemeldet.

Rund 22.000 Polizisten landesweit im Einsatz

Besonders rund um die Champs-Élysées, wo sich Tausende Menschen versammelt hatten, war die Lage eskaliert. Vermummte Personen und Sicherheitskräfte gerieten dort mehrfach aneinander. Dabei wurden Wurfgeschosse und Tränengas eingesetzt.

In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Aufnahmen von brennenden Autos, errichteten Barrikaden und Feuerwerkskörpern, die in Menschenmengen geschossen wurden.

Im Parc des Princes wurde das Finale aus Budapest per Public Viewing übertragen. Französischen Medien zufolge war das Stadion mit seinen rund 40.000 Plätzen nahezu vollständig gefüllt. Allein in Paris waren etwa 8.000 Polizisten im Einsatz, landesweit insgesamt rund 22.000.

Die Szenen weckten Erinnerungen an die Ausschreitungen nach dem Champions-League-Triumph im vergangenen Jahr. Damals wurden zwei Menschen getötet, knapp 200 weitere verletzt und 559 Personen festgenommen. Außerdem registrierten die Behörden fast 700 Brände, vor allem an Fahrzeugen. Besonders in Paris kam es damals am Rand der Feierlichkeiten zu massiven Krawallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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