Ausschreitungen in Frankreich trüben PSGs Champions-League-Erfolg
Erneut ist der Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain in Frankreich von schweren Krawallen überschattet worden. Nach einer aktualisierten Zwischenbilanz von Innenminister Laurent Nuñez hat sich die Lage weiter verschärft: Landesweit wurden inzwischen rund 780 Menschen festgenommen, davon etwa 480 im Großraum Paris. Nach Einschätzung der Behörden können sich die Zahlen im Zuge weiterer Auswertungen noch verändern.
Zu Zwischenfällen kam es in rund 15 Städten. Unter anderem wurden aus Rennes, Straßburg, Clermont-Ferrand und Grenoble Plünderungen gemeldet. Nach offiziellen Angaben wurden zudem 57 Polizisten bei den Einsätzen verletzt. Im Vergleich zu einem ähnlichen Ereignis im Vorjahr entspricht das laut Behörden einem Anstieg von rund 30 Prozent.
Nuñez sprach von Feierlichkeiten, die von einer Reihe von Ausschreitungen begleitet worden seien. Damit habe man gerechnet und sich entsprechend vorbereitet. Die Gewalt sei jedoch „absolut inakzeptabel“.
Die Mannschaft von Paris Saint-Germain sollte am Nachmittag in der Hauptstadt empfangen werden.
Rund 22.000 Polizisten landesweit im Einsatz
Besonders angespannt war die Lage auf und rund um die Champs-Élysées, wo sich Tausende Menschen versammelt hatten. Dort gerieten vermummte Personen und Sicherheitskräfte mehrfach aneinander. Dabei wurden Wurfgeschosse und Tränengas eingesetzt. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Aufnahmen von brennenden Autos, errichteten Barrikaden und Feuerwerkskörpern, die in Menschenmengen geschossen wurden.
Im Parc des Princes wurde das Finale aus Budapest per Public Viewing übertragen. Französischen Medien zufolge war das Stadion mit seinen rund 40.000 Plätzen nahezu vollständig gefüllt. Allein in Paris waren etwa 8.000 Polizisten im Einsatz, landesweit insgesamt rund 22.000.
Die Szenen weckten Erinnerungen an die Ausschreitungen nach dem Champions-League-Triumph im vergangenen Jahr. Damals wurden zwei Menschen getötet, knapp 200 weitere verletzt und 559 Personen festgenommen. Außerdem registrierten die Behörden fast 700 Brände, vor allem an Fahrzeugen. Besonders in Paris kam es damals am Rand der Feierlichkeiten zu massiven Krawallen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion