Der umstrittene Investor Hasan Ismaik hat sich nach dem Absturz des TSV 1860 München in die Regionalliga erneut zu Wort gemeldet – und eine weitere Finanzspritze vorerst ausgeschlossen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte der Jordanier, er wolle kein neues Geld in den Verein investieren und den Club auch nicht vor einer möglichen Insolvenz retten.
„Ich glaube, mittlerweile ist allen klar, dass es keine Lösung sein kann, Jahr für Jahr einfach nur neues Geld zur Verfügung zu stellen“, sagte Ismaik. Entscheidend sei vielmehr, wie der Verein eine stabile Zukunft aufbauen wolle, die nicht in jeder Saison von Notfallfinanzierungen abhänge. Es gehe aus seiner Sicht nicht darum, „ob eine Person einer anderen einen weiteren Kredit gewährt“.
„Größer als jede Krise“
Zuvor hatte Ismaik in den sozialen Medien bereits eine rätselhafte Botschaft veröffentlicht. Auf Facebook schrieb der Investor, dem dort rund 250.000 Menschen folgen, zunächst nüchtern, dass die Münchner keine Lizenz für die 3. Liga erhalten werden.
Zugleich erklärte er, er glaube weiterhin daran, dass der TSV 1860 München irgendwann an den Platz zurückkehren werde, der dem Club zustehe. Der Verein sei größer als eine einzelne Saison und auch größer als jede Krise. 1860 baue auf einer stolzen Geschichte, großer Tradition und leidenschaftlichen Fans auf, die immer die größte Stärke des Clubs gewesen seien.
Die Münchner hatten die Frist am Mittwoch um 17.00 Uhr verstreichen lassen, ohne dem Deutschen Fußball-Bund den geforderten Nachweis ausreichender Liquidität vorzulegen. Der noch amtierende Drittligist hatte dies zunächst mit einer ausstehenden Finanzierungszusage von Gesellschafter Hasan Ismaik sowie mit ihm verbundenen Firmen begründet.
Nach Informationen aus dem Vereinsumfeld fehlen rund 2,7 Millionen Euro. Laut Bericht hängt die Lücke inzwischen auch mit dem Rückzug des Hauptsponsors zusammen, der nach dem Zwangsabstieg aus der 3. Liga von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht haben soll. Die Summe entspricht in etwa dem Betrag, der für die Lizenzerteilung in der 3. Liga nötig gewesen wäre.
Platz in der Regionalliga bleibt wohl bestehen
Am Startrecht in der Regionalliga würde sich dem Bericht zufolge nichts ändern. Als vergleichbarer Fall gilt Türkgücü München im Jahr 2022.
Der Bayerische Fußball-Verband hat seinen Rahmenterminkalender bereits auf 19 Mannschaften ausgelegt, weil lange offen war, ob sich die Würzburger Kickers in der Drittliga-Relegation gegen den 1. FC Lok Leipzig durchsetzen würden. Sollten die „Löwen“ noch vor dem 30. Juni einen Insolvenzantrag stellen, würde es für die neue Saison demnach auch keinen Punktabzug geben.
In seinem Facebook-Beitrag dankte Ismaik zudem den Fans, die den Verein über Jahre begleitet hätten, sowie allen Personen, die sich aus seiner Sicht ehrlich für die Interessen des Clubs eingesetzt hätten. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass der schwierige Moment der Beginn einer ehrlichen Analyse und einer besseren Zukunft sein könne. In den Kommentaren reagierten viele Anhänger der „Löwen“ mit scharfer Kritik auf den Investor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion