Fußball

Löwen-Zukunft: Ismaik lässt alles offen

1860 am Abgrund: Nach dem Vertrags-Knall ist die Zukunft der Löwen völlig offen – und es droht noch mehr Chaos.

05.06.2026, 11:40 Uhr

Unsichere Zukunft bei 1860 München: Ismaik lässt Vertragskündigung rechtlich prüfen

Nach turbulenten Tagen beim TSV 1860 München richtet sich der Blick weiter auf Investor Hasan Ismaik und seine nächsten Schritte. Der in die Regionalliga abgestiegene Traditionsverein hatte am Donnerstagabend den vor 15 Jahren geschlossenen Kooperationsvertrag mit dem Jordanier beendet. Nun kündigte Ismaik an, die Kündigung juristisch prüfen zu lassen.

Ismaik will seine Rechte wahren

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Ismaik, wenn der Verein die Kündigung des Kooperationsvertrags als richtigen Weg für die Zukunft sehe, dann sei das dessen Entscheidung. Zugleich machte er deutlich, dass seine Seite diesen Schritt sorgfältig unter rechtlichen Gesichtspunkten prüfen werde und dabei alle vertraglichen Rechte wahren wolle.

Ismaik weist Vorwürfe indirekt zurück

Bereits zuvor hatte Ismaik sich in sozialen Netzwerken vergleichsweise zurückhaltend geäußert. In einem Instagram-Beitrag schrieb er, er erwarte nicht, dass ihm alle zustimmen oder ihre Haltung ihm gegenüber ändern. Stattdessen regte er an, sich zu fragen, ob die Person, die für die Entwicklungen der vergangenen Jahre verantwortlich gemacht werde, überhaupt die Entscheidungsgewalt über die jeweiligen Beschlüsse gehabt habe.

Nach eigenen Angaben empfindet Ismaik angesichts der Lage große Traurigkeit. Besonders bedrücke ihn nach eigener Darstellung nicht allein die Kündigung der Vereinbarung, sondern vor allem, dass eine 15-jährige gemeinsame Zeit ende, ohne dass genug Vertrauen und Zusammenarbeit entstanden seien, um den Verein wirklich voranzubringen.

Viele offene Fragen nach dem Ende der Zusammenarbeit

Mit dem abrupten Bruch zwischen Club und Investor stehen die "Löwen" vor einem schwierigen Neuanfang. Das Spielrecht liegt beim Stammverein, der damit den Weg für einen Neustart in der Regionalliga Bayern ebnen will.

Ismaik hatte bereits angekündigt, kein weiteres Geld mehr in den Verein zu stecken und 1860 auch nicht bedingungslos vor einer möglichen Insolvenz zu bewahren. Damit wächst die Unsicherheit auf mehreren Ebenen: Zahlreiche Spielerverträge könnten durch den Abstieg ungültig werden oder müssten neu ausgehandelt werden. Hinzu kommt, dass der Hauptsponsor vorerst abgesprungen ist, das Ansehen des Vereins gelitten hat und viele Fans enttäuscht sind. Selbst die Finanzierung für die Regionalliga-Saison ist bislang nicht gesichert.

Unterdessen sollen etliche Anhänger bereits gekaufte Dauerkarten für die 3. Liga wieder zurückgeben.

Millionenlücke nach Sponsorenausstieg

Besonders schwer wiegt der Rückzug des Hauptsponsors. Nach dem Zwangsabstieg aus der 3. Liga zog dieser eine Sonderkündigung, wodurch dem TSV 1860 wohl rund 2,7 Millionen Euro fehlen. Das entspricht ungefähr jener Summe, die zuvor für die Lizenz in der 3. Liga notwendig gewesen war.

Deshalb bleibt die Sorge vor einer Insolvenz bestehen.

Kein Aufbruch wie 2017

Im Gegensatz zur Situation nach dem Absturz im Jahr 2017 ist derzeit keine echte Aufbruchsstimmung rund um den Club zu spüren. Eine Wende könnte allenfalls dann entstehen, wenn die Eskalation zu einem Verkauf von Ismaiks Anteilen und zum Einstieg eines neuen Geldgebers führen würde. Konkrete Hinweise auf ein solches Szenario gibt es bislang allerdings nicht.

Für die Verantwortlichen um Geschäftsführer Manfred Paula bleibt die Planung damit äußerst schwierig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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