Fußball

Ismaik zahlt nicht – jetzt droht 1860 der Absturz

Lizenz-Schock bei 1860: Wegen fehlender Millionen droht den Löwen das Aus für die 3. Liga – was steckt hinter dem Ismaik-Knall?

03.06.2026, 18:03 Uhr

Der TSV 1860 München hat nach eigenen Angaben keine Zulassung für die 3. Liga erhalten. Der Traditionsclub konnte den erforderlichen Liquiditätsnachweis bis zum Fristende um 17.00 Uhr nicht beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einreichen. Nach Darstellung des Vereins liegt der Grund in einer nicht erfüllten Finanzierungszusage von Investor Hasan Ismaik und mit ihm verbundenen Unternehmen.

Damit droht den „Löwen“ der zweite Absturz in die Regionalliga nach 2017. Sportlich hatte sich 1860 München eigentlich für eine weitere Saison in der 3. Liga qualifiziert. Der DFB muss den Fall allerdings noch abschließend prüfen.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Verfahrens sollen rund 2,7 Millionen Euro für die Lizenz fehlen. Ismaik soll der Süddeutschen Zeitung per Whatsapp lediglich geschrieben haben: „Sad day“.

Geschäftsführer Paula: Fokus nun auf Regionalliga

Geschäftsführer Manfred Paula erklärte, er bedaure, dass die Finanzierungszusage durch HAM International nicht eingehalten worden sei. Bis zuletzt habe er auf eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gehofft. Nun wolle der Club alle Kräfte darauf richten, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern zusammenzustellen.

Dabei hatte Ismaik zuletzt noch Hoffnung auf einen Verbleib in der 3. Liga signalisiert. Laut Bericht äußerte er, er gehe davon aus, dass der Verein in der Liga bleiben könne, wenn alle besonders hart arbeiteten. Zugleich sagte er, ein Neustart aus tieferen Ligen heraus sei aus seiner Sicht keine Schande.

Déjà-vu wie 2017

Für den Verein ist die Entwicklung ein bitteres Déjà-vu. Bereits 2017 hatte 1860 München nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga keine Lizenz für die 3. Liga erhalten, nachdem Ismaik die damals notwendige Zahlung verweigert hatte. Auch diesmal soll der Investor für die Lizenz wichtige Darlehensverträge gekündigt und weitreichende Forderungen an den Mutterverein gestellt haben. Die Geschäftsführung ist dagegen juristisch vorgegangen.

Der Club teilte zudem mit, eng mit Fachleuten aus dem Insolvenzrecht zusammenzuarbeiten. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit Sponsoren eine tragfähige Zukunftsperspektive zu entwickeln.

Folgen auch für andere Clubs möglich

Sollte das Aus für 1860 München in der 3. Liga endgültig bestätigt werden, würden nach aktuellem Stand der FC Erzgebirge Aue und der TSV Havelse als erste Nachrücker gelten.

Offene Fragen um Ismaik und Hitzlsperger

Hasan Ismaik war 2011 bei den Münchnern eingestiegen. Seine Firma HAM International Limited hält 60 Prozent der Kommanditgesellschafts-Anteile, die der Investor zuletzt eigentlich verkaufen wollte. Ein geplanter Deal mit einem Schweizer Unternehmer im Sommer 2025 war jedoch in letzter Minute gescheitert.

Zuletzt hatte auch der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger Interesse an einem Einstieg erkennen lassen und von konstruktiven Gesprächen mit dem Verein sowie mit Vertretern Ismaiks gesprochen. Welche Auswirkungen die aktuelle Entwicklung auf diese Pläne hat, ist derzeit offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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