Fußball

Drama in Paderborn: Wolfsburg steigt ab

Früh geführt, dann alles verspielt: Wolfsburg stürzt nach einem wilden Relegationsdrama ab – und ein Platzverweis kippt alles.

25.05.2026, 23:05 Uhr

Der VfL Wolfsburg ist nach einer dramatischen Niederlage in der Relegation aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Die Niedersachsen verloren das Rückspiel beim SC Paderborn nach Verlängerung mit 1:2 (1:1, 1:1) und müssen damit den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Für den SCP ist es der dritte Aufstieg in die höchste Spielklasse nach 2014 und 2019.

Nach dem Schlusspfiff boten sich auf dem Rasen völlig gegensätzliche Bilder. Während die Wolfsburger Profis mit Sicherheitsabstand zu ihren aufgebrachten Fans fassungslos auf dem Feld standen, feierten die Paderborner ausgelassen mit ihren Anhängern. Der Platz wurde organisiert geöffnet, der Stadionsprecher rief: „Kommt auf den Rasen, feiert mit uns, Paderborn ist in der ersten Liga!“

Vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion trafen Filip Bilbija in der 38. Minute und Laurin Curda in der 100. Minute für das Team von Trainer Ralf Kettemann. Wolfsburg erwischte zwar den perfekten Start, doch das frühe Tor von Dzenan Pejcinovic nach nur drei Minuten reichte nicht. Entscheidend war der Platzverweis gegen Joakim Maehle, der bereits in der 14. Minute mit Gelb-Rot vom Feld musste.

Damit blieb dem von Volkswagen unterstützten Club die Krönung seiner Aufholjagd der vergangenen Wochen verwehrt. Erst mit acht Punkten aus den letzten fünf Bundesligaspielen hatte sich der VfL überhaupt noch in die Lage gebracht, die Relegation zu erreichen. Nun endet eine von Beginn an missratene Saison mit Trauer, Enttäuschung und der Notwendigkeit einer umfassenden Aufarbeitung.

Viel Action gleich zu Beginn

Vor dem Spiel hatte Trainer Dieter Hecking bei Sat.1 betont, seine Mannschaft müsse noch einmal zulegen, um in der Liga zu bleiben. Genau das setzte Wolfsburg zunächst um. Adam Daghim setzte sich auf der linken Seite durch, legte zurück, und Pejcinovic schob den Ball flach und präzise ins Eck.

Paderborn ließ sich vom frühen Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Die Gastgeber, die schon vor dem Anpfiff mit Busempfang und Feuerwerk von ihren Fans empfangen worden waren, reagierten stark und erarbeiteten sich zunehmend Feldvorteile. Anders als beim 0:0 im Hinspiel trat der SCP diesmal deutlich mutiger und offensiv druckvoller auf.

Zunächst sprang daraus zwar noch kein Treffer heraus, dafür aber der personelle Vorteil. Maehle, kurz zuvor nach einer Rudelbildung bereits verwarnt, ging übermotiviert in ein Duell mit Mattes Hansen. Schiedsrichter Felix Zwayer zögerte nicht und stellte den Dänen mit Gelb-Rot vom Platz.

Paderborn belohnt sich für den Druck mit dem Ausgleich

Mit einem Mann weniger zog sich Wolfsburg immer weiter zurück, während Paderborn den Druck erhöhte. Der Ausgleich lag in der Luft. Mika Baur verfehlte das Tor zunächst knapp, bei einem Abschluss von Santiago Castaneda war Kamil Grabara noch zur Stelle. Dann fiel das verdiente 1:1: Nach einem verlängerten Einwurf köpfte Bilbija ein.

Auch nach der Pause spielte praktisch nur noch Paderborn. Jeanuel Belocian und Christian Eriksen verhinderten bei einer Doppelchance mit großem Einsatz einen weiteren Gegentreffer für Wolfsburg. Kurz darauf traf Sebastian Klaas mit einem wuchtigen Schuss nur den Pfosten.

Vom VfL kam offensiv kaum noch etwas. Trotz der Unterzahl war die Harmlosigkeit angesichts der Qualität des Kaders bemerkenswert. Wie klar das Spiel verteilt war, zeigte auch die Statistik: Nach gut einer Stunde hatte Paderborn bereits 13 Eckbälle, Wolfsburg nur einen.

Entscheidung in der Verlängerung

Trotz der klaren Unterlegenheit retteten sich die Gäste in die Verlängerung, auch weil Sven Michel in der Nachspielzeit erneut nur den Pfosten traf. In der Extra-Zeit fiel dann aber doch die Entscheidung. Curda erzielte das 2:1 für den Zweitligisten und verwandelte das Paderborner Stadion in ein Tollhaus.

Danach kannte der Jubel beim SCP keine Grenzen mehr. Ruben Müller schilderte seine Gefühlslage bei Sat.1 mit den Worten: „Ich hab nur geweint, ich konnte meine Emotionen nicht unter Kontrolle halten.“ Torhüter Dennis Seimen kündigte bei Sky an: „Heute sind wir alle Feierbiester.“ Und Sven Michel versprach bereits eine lange Nacht: „Heute Abend, das wird sehr lang, bis morgen und noch viel länger.“

Für Wolfsburg endet damit eine verkorkste Saison mit dem Abstieg aus der Bundesliga. Paderborn dagegen feiert nach einer starken und mutigen Leistung den verdienten Aufstieg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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