Julian Nagelsmann verließ das Stadion in Mainz kurz vor Mitternacht sichtlich zufrieden. Nach dem deutlichen 4:0 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Finnland im vorletzten Test vor der WM zeigte sich der Bundestrainer optimistisch. Zwei Wochen vor dem Turnierauftakt in Houston gegen Curaçao habe die Mannschaft viele positive Ansätze und wichtige Erkenntnisse geliefert. Über große Teile der Partie sei er "sehr zufrieden" gewesen, sagte Nagelsmann.
Offensiv viele Lichtblicke mit Undav, Musiala, Wirtz und Karl
Die wohl wichtigste Erkenntnis des Abends: Deutschlands Offensive ist jederzeit für Tore gut. Zunächst brauchte das Team etwas Anlauf, dann aber traf Deniz Undav gleich zweimal. Auch Jamal Musiala und Florian Wirtz, die erstmals seit 14 Monaten wieder gemeinsam im DFB-Trikot aufliefen, trugen sich in die Torschützenliste ein.
Für zusätzlichen Schwung sorgte Bayern-Talent Lennart Karl, der bei seinem Debüt in der Startelf auf dem rechten Flügel auffiel. Er bereitete Undavs Treffer zum 3:0 sehenswert vor und hatte zuvor schon selbst den Pfosten getroffen. Nagelsmann adelte den 18-Jährigen als "Straßenkicker" und hob seine Entwicklung in den vergangenen Monaten hervor. Im Konkurrenzkampf um die Position rechts vorne scheint Karl aktuell sogar Vorteile gegenüber Leroy Sané zu haben.
Auch Undav erhielt nach seinen zwei Toren und einer Vorlage ein ausdrückliches Lob. Trotzdem bleibt Kai Havertz vorerst die erste Option im Sturmzentrum. Der Angreifer wird nach seinem Einsatz im Champions-League-Finale inklusive Tor erst am Dienstag in Chicago zur Mannschaft stoßen.

Pavlovic und Nmecha machen im Mittelfeld Werbung in eigener Sache
Im zentralen Mittelfeld konnten auch Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha überzeugen. Beide nähern sich damit einem Platz in der Startelf auf der Doppelsechs. Nagelsmann blieb in seiner Bewertung zwar noch vorsichtig, bescheinigte dem Duo aber eine starke Leistung. Gleichzeitig verwies er auf weitere Kandidaten wie Angelo Stiller, Pascal Groß und den offensiv ausgerichteteren Leon Goretzka.
Vor allem Pavlovic lobte der Bundestrainer für seine Fähigkeit, das Spiel zu beschleunigen, seinen Fleiß und seine Präsenz auf dem Platz. Nmecha habe in einer etwas offensiveren Rolle als zuletzt in Dortmund ebenfalls überzeugt. Insgesamt zeigte sich Nagelsmann mit beiden sehr zufrieden.
Brown erhöht den Druck auf Raum
Auch auf der linken Abwehrseite konnte Nathaniel Brown erneut auf sich aufmerksam machen. Der 22-Jährige von Eintracht Frankfurt bringe viel Potenzial mit, sei defensiv stark im Eins-gegen-eins gegen schnelle Gegenspieler und fühle sich auch im Offensivspiel sehr wohl, erklärte Nagelsmann.
David Raum, Kapitän von RB Leipzig, habe zwar noch kleinere Beschwerden aus der abgelaufenen Saison, habe in der WM-Qualifikation aber sehr gute Leistungen gezeigt. Für Nagelsmann ist klar: Auf dieser Position verfügt Deutschland über zwei Spieler, die beide das Zeug für die Anfangsformation haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion