Fußball

Das geheime Wort auf Wirtz‘ Fußballschuh-Sohle

Wirtz verrät seinen WM-Glücksbringer – und überrascht mit seinem Kindheitsidol. Auch seine Teamkollegen packen aus.

28.05.2026, 05:56 Uhr

Julian Nagelsmann hat mit der deutschen Nationalmannschaft die WM-Vorbereitung in Herzogenaurach aufgenommen – und dabei sofort den Ton verschärft. Statt eines lockeren Auftakts setzte der Bundestrainer bei sommerlichen Bedingungen auf eine intensive, laute und zielgerichtete erste Einheit. Vor allem im Rennen um die noch offenen Plätze für die Startelf zum WM-Auftakt gegen Curaçao am 14. Juni in Houston wurde früh deutlich, dass jeder Eindruck zählt.

Bis auf Manuel Neuer und Kai Havertz standen alle übrigen Kaderspieler auf dem Platz. Neuer arbeitet wegen seiner Wadenprobleme weiter individuell, Havertz fehlte noch wegen seiner Verpflichtungen mit dem FC Arsenal. Insgesamt war die Einheit von hoher Intensität geprägt, gerade in den Spielformen mit Torabschluss.

Nagelsmann richtet den Blick auf die nächsten Aufgaben

Nagelsmann will den Fokus vor dem Turnier bewusst klein halten. Beim ersten Team-Meeting stellte er nach eigenen Worten klar, dass nicht ein mögliches Finale das Thema sei, sondern immer nur der nächste Schritt. Konkret heißt das zunächst: das Testspiel gegen Finnland am Sonntag um 20.45 Uhr in Mainz. Anschließend folgt sechs Tage später in Chicago die Generalprobe gegen die USA.

Auch Sportdirektor Rudi Völler forderte einen klaren Vorwärtsgang. Jetzt gehe es darum, WM-Stimmung aufzunehmen und mit guten Leistungen Selbstvertrauen zu sammeln. Die zuletzt sieben Länderspielsiege in Serie sollen vor dem Gruppenstart noch ausgebaut werden.

Neuer bleibt Nummer eins – gegen Finnland steht aber Baumann im Tor

Trotz seiner aktuellen Pause ist die Rollenverteilung im Tor wieder klar: Neuer ist als Nummer eins vorgesehen. Gegen Finnland wird der Routinier allerdings noch nicht zur Verfügung stehen. Deshalb darf Oliver Baumann erneut beginnen. Ohne Neuer absolvierten Baumann, Alexander Nübel und Jonas Urbig ein separates Torhüterprogramm auf einem Nebenplatz.

Nagelsmann machte zugleich deutlich, dass personelle Rollen im Laufe des Turniers nicht unverrückbar sein müssen. Nicht alles sei bereits festgeschrieben, betonte der Bundestrainer zum Start der Vorbereitung.

Viele Plätze vergeben, drei Positionen besonders umkämpft

In großen Teilen steht Nagelsmanns Startelf bereits. Vor Neuer sind Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und David Raum für die Viererkette eingeplant. In der Offensive gelten Kai Havertz, Florian Wirtz und Jamal Musiala ebenfalls als gesetzt.

Besonders spannend bleibt damit der Wettbewerb um drei Positionen: die zwei Plätze im defensiven Mittelfeld und die rechte Angriffsseite. Beim Auftakttraining setzte vor allem Felix Nmecha ein Ausrufezeichen. Der Dortmunder, auf den Nagelsmann nach einer Knieverletzung lange gewartet hatte, fiel mit vielen gelungenen Aktionen und großer Präsenz auf.

Im Rennen um die Doppelsechs kämpft Nmecha vor allem mit Aleksandar Pavlovic und Leon Goretzka. Dahinter bringen sich auch Angelo Stiller und Pascal Groß in Stellung. Nagelsmann sieht sich dort in einer komfortablen Lage, weil unterschiedliche Spielertypen verschiedene Lösungen ermöglichen.

Musiala zeigt sich auffällig – Sané und Karl im direkten Vergleich

Auch Jamal Musiala rückte beim Auftakt in den Fokus. Der lange verletzte Offensivspieler suchte immer wieder das Dribbling und erhielt nach einem Treffer sogar direkt Lob vom Bundestrainer. Nagelsmann machte noch einmal klar, dass Musiala selbst dann ein außergewöhnlicher Spieler sei, wenn er noch nicht bei voller Leistungsstärke angekommen ist. Entscheidend sei, dass er zum ersten WM-Spiel topfit ist.

Auf dem rechten Flügel deutet sich derweil ein besonders interessantes Duell an: Leroy Sané gegen Lennart Karl. Beide wurden im Training auf dieser Seite eingesetzt, wobei der 18 Jahre alte Karl zeitweise mit Musiala und Wirtz in einer Reihe agierte. Das darf zumindest als Fingerzeig verstanden werden. Nagelsmann hatte bereits hervorgehoben, wie nachhaltig der Youngster in kurzer Zeit Eindruck hinterlassen habe.

Finnland-Test als nächste Standortbestimmung

Zunächst bereitet Nagelsmann sein Team in Franken weiter auf das Länderspiel gegen Finnland vor. Die Partie steigt am Sonntagabend in Mainz und wird im ZDF übertragen. Danach folgt die Generalprobe gegen die USA, ehe es bei der Weltmeisterschaft ernst wird.

Nagelsmanns Botschaft ist dabei klar: Erst Finnland, dann die USA, dann Curaçao. Die Mannschaft, die das Turnier eröffnet, muss nicht zwangsläufig dieselbe sein, die Deutschland durch die gesamte WM trägt.

Wirtz reist mit persönlichem Glücksbringer zur WM

Florian Wirtz nimmt zur Weltmeisterschaft zudem ein besonderes Erinnerungsstück mit. Der Nationalspieler verriet zum Start der Turniervorbereitung, dass er zu seinem Geburtstag neue Fußballschuhe geschenkt bekommen habe.

Auf den Sohlen stehen die Namen seiner Geschwister, seiner Eltern und seiner Freunde. Für den Offensivspieler hat das eine besondere Bedeutung: Die Schuhe sollen ihn während des Turniers an seine engsten Bezugspersonen erinnern und ihm zusätzliche Energie geben.

Kindheitsidole: Messi für Wirtz, Neymar für Woltemade

Bei einem Termin mit DFB-Ausrüster Adidas beantworteten Wirtz und Nick Woltemade auch Fragen von Kindern. Dabei nannten sie ihre Idole aus jungen Jahren: Wirtz entschied sich für Lionel Messi, Woltemade für Neymar.

Im weiteren Verlauf des Turniers könnte die deutsche Mannschaft nach der Gruppenphase auf prominente Gegner treffen – etwa auf Argentinien mit Messi oder Brasilien, dessen bekanntester Star lange Neymar war.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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