Kai Havertz hat im europäischen Spitzenfußball längst bewiesen, dass er in entscheidenden Momenten liefern kann. Besonders in Erinnerung bleibt das Champions-League-Finale 2021, als der deutsche Nationalspieler den FC Chelsea mit seinem Treffer zum Titel führte und sich in London einen besonderen Platz sicherte.
Nun, einige Jahre später, richten sich erneut große Hoffnungen auf den 26-Jährigen – diesmal jedoch auf der anderen Seite der Stadt. Beim FC Arsenal träumt man vom ersten Triumph in der Champions League, und Havertz soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Im Endspiel von Budapest trifft Arsenal am Samstag um 18.00 Uhr auf Titelverteidiger Paris Saint-Germain.
Große Erwartungen an Havertz
Havertz hat selbst mehrfach betont, wie besonders ein Gewinn der Königsklasse wäre – mit Arsenal würde ihm dieser Erfolg nach eigener Aussage sogar noch mehr bedeuten als sein Titel mit Chelsea. Rund um das Emirates Stadium hat er sich inzwischen den Ruf eines Spielers erarbeitet, der gerade in wichtigen Augenblicken den Unterschied machen kann.
Dazu passt auch sein jüngster Treffer gegen Burnley, der Arsenal den Weg zur ersten Meisterschaft seit 22 Jahren ebnete. Schon zuvor hatte Havertz bewiesen, dass er auf großer Bühne bestehen kann. Clubikone Thierry Henry sieht in ihm deshalb einen enorm wertvollen Spieler. Vor allem seine Spielintelligenz, sein Gespür für Räume und seine Fähigkeit, in wichtigen Situationen Tore zu erzielen, hebt Henry hervor.
Arteta als treibende Kraft
Für Arsenal wäre ein Champions-League-Sieg ein Meilenstein. Bislang stand der Club nur einmal im Finale des Wettbewerbs – 2006 bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Barcelona. Nun bietet sich gegen PSG die Chance, Vereinsgeschichte zu schreiben. Auch Henry ist überzeugt, dass diese Mannschaft die Möglichkeit hat, sich unsterblich zu machen.

Ein wesentlicher Grund für den Aufschwung ist Trainer Mikel Arteta. Seit seinem Amtsantritt 2019 hat der Spanier Arsenal Schritt für Schritt wieder zu einem Topclub geformt. Havertz würdigte Artetas Arbeit mehrfach und betonte, wie stark der Coach den Verein verändert und das Team verbessert habe.
Vom umstrittenen Transfer zur festen Größe
Als Havertz im Sommer 2023 von Chelsea zu Arsenal wechselte, waren viele Anhänger zunächst skeptisch. Die hohe Ablösesumme von rund 70 Millionen Euro sorgte ebenso für Diskussionen wie seine anfänglich wechselhaften Leistungen. Kritiker hielten ihn für zu wenig präsent und nicht robust genug für die Premier League.
Unter Arteta gelang ihm jedoch der Umschwung. Der Offensivspieler entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft und gewann zunehmend die Anerkennung der Fans. Nach schwierigen Jahren mit schweren Operationen und langen Reha-Zeiten ist Havertz seit Januar wieder regelmäßig im Einsatz.
Arteta schätzt an ihm vor allem seine Vielseitigkeit. Der Trainer lobte bereits in der Vergangenheit, dass Havertz auf verschiedenen Positionen Gefahr ausstrahlen und Mitspieler auf besondere Weise einbinden könne. Sollte ihm im Finale erneut ein entscheidender Treffer gelingen, dürfte sein Stellenwert bei Arsenal weiter wachsen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion