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Textilmüll-Skandal: Tausende Tonnen illegal in Türkei

26.000 Tonnen Textilmüll heimlich verschoben: Ein Netzwerk in Italien flog auf – die Spur führt sogar bis in die Türkei.

25.06.2026, 13:36 Uhr

Illegaler Export von Textilabfällen aufgedeckt

Ermittler haben einen umfangreichen illegalen Transport von Textilmüll aus Italien in die Türkei aufgedeckt. Wie das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) in Brüssel mitteilte, wurden mehrere tausend Tonnen der Abfälle sichergestellt. In Italien beschlagnahmten die Behörden außerdem Vermögenswerte im Wert von etwa zwölf Millionen Euro.

Nach Angaben der EU-Behörde handelt es sich um Textilien, die nur schwer recycelt werden können und einen hohen Anteil an Acrylfasern enthalten. Diese Stoffe sind nicht biologisch abbaubar und können bis zu 200 Jahre in der Umwelt verbleiben. Um hohe Kosten für Recycling und Umweltvorgaben zu vermeiden, sollen die Sendungen fälschlich als wiederverwertbares Material ausgegeben worden sein.

Die Lieferungen in die Türkei waren demnach wohl Teil eines deutlich größeren Systems. Die italienischen Carabinieri gehen von einem mutmaßlichen Netzwerk aus, das insgesamt mehr als 26.000 Tonnen Textilabfälle illegal entsorgt und gelagert haben soll. Gegen 20 Personen wird derzeit ermittelt.

Zusammen mit den italienischen Carabinieri und türkischen Behörden identifizierte Olaf verdächtige Transporte mithilfe von Handels- und Zolldaten. In der Türkei wurden daraufhin mehrere Lieferungen überprüft. Dabei stellten die Behörden laut Olaf rund 4.200 Tonnen Textilabfälle sicher.

Der Fall rückt einen Bereich in den Fokus, der innerhalb der EU zunehmend an Bedeutung gewinnt. Nach Angaben der Behörde entstehen jedes Jahr Millionen Tonnen Textilabfälle, von denen bislang nur ein Teil recycelt wird. Seit Ende 2025 gelten strengere Vorschriften für den Umgang mit und den Export von Textilien. Damit soll verhindert werden, dass Abfälle als wiederverwertbare Ware deklariert und ins Ausland gebracht werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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