Politik

Warum Ungarn jetzt auf Bayern setzt

Neustart mit Deutschland? Ungarns neue Außenministerin will mit der Orban-Ära brechen – und setzt nun auf Bayern.

28.07.2026, 14:16 Uhr

Ungarns neue Außenministerin Anita Orban möchte die Zusammenarbeit mit Bayern intensivieren. Beim Besuch der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag im fränkischen Kloster Banz erklärte sie, dass derzeit rund 100.000 Ungarn im Freistaat lebten. Zudem spielten die bayerischen Autohersteller BMW und Audi eine zentrale Rolle als Investoren für die ungarische Wirtschaft. Zwischen Bayern und Ungarn gebe es dabei keinen Konkurrenzkampf.

Schon an diesem Donnerstag wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einem Gegenbesuch in Budapest erwartet. Orban sagte, zu den wichtigsten Vorhaben der neuen Regierung von Ministerpräsident Peter Magyar zählten neben der Stärkung von Demokratie und Rechtsstaat auch der Wiederaufbau einer leistungsfähigen Volkswirtschaft.

Hoffmann rechtfertigt Einladung von Viktor Orban im Jahr 2015

In der Außenpolitik sehe sich Ungarn klar in Europa verankert, betonte die Ministerin. Ihr Land gehöre zu Europa, habe stets zu Europa gehört und wolle seine europäischen wie regionalen Partnerschaften erneuern und ausbauen. Dies entspreche auch dem eindeutigen Willen der ungarischen Wählerschaft.

Die CSU-Landesgruppe hatte 2015 bereits den damaligen ungarischen Regierungschef Viktor Orban ins Kloster Banz eingeladen. Zu jener Zeit befand sich Europa mitten in der Flüchtlingskrise. Der heutige Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Alexander Hoffmann, hob hervor, dass diese Einladung in einer sehr frühen Phase von Orbans Amtszeit erfolgt sei und es später keine weiteren Einladungen mehr gegeben habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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