Der TSV 1860 München erhält nach Zwangsabstieg und Insolvenzantrag sogar Zuspruch vom großen Stadtrivalen. Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen sagte im PresseClub München, er hoffe sehr, dass sich die "Löwen" in der Fußball-Regionalliga wieder stabilisieren. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Neuanfang gelingen könne – auch wegen der außergewöhnlich treuen Anhängerschaft, die dem Club seit Jahrzehnten trotz vieler Rückschläge die Treue halte.
Im Juni hatte Investor Hasan Ismaik ein Darlehen gekündigt. Damit fehlten die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Verbleib in der 3. Liga. Für 1860 bedeutete das erneut den Gang in die Regionalliga, wie schon 2017. Die gemeinsame Spielbetriebsgesellschaft von Verein und Investor meldete Insolvenz an. Nun startet der Club unter neuer Struktur und ohne Ismaik am Wochenende in die neue Saison. Wegen eines Streits um die Markenrechte wird der bekannte Löwe im Wappen vorerst nicht auf den Trikots zu sehen sein.
Finanzspritze vom FC Bayern? Dafür reicht das Mitgefühl nicht
Dreesen betonte, ein Neustart von unten könne mitunter auch eine Chance sein. Zwar sei der Absturz ein klarer Rückschlag, zugleich biete er aber die Möglichkeit, den Verein neu aufzustellen und grundlegende Entscheidungen zu überdenken. Er wünsche 1860, dass dabei die richtigen Weichen gestellt würden.
Einer möglichen finanziellen Unterstützung durch den FC Bayern erteilte Dreesen jedoch eine Absage. Auf die Idee, der deutsche Rekordmeister könne den "Löwen" mit rund fünf Millionen Euro helfen, reagierte er zurückhaltend. Innerhalb des FC Bayern gebe es unter Fans und Mitgliedern weiterhin eine tief verwurzelte Abneigung gegenüber dem Münchner Rivalen. Eine solche Hilfe würde daher nach seiner Einschätzung nicht überall positiv aufgenommen.
Kleiner Seitenhieb von Dreesen
Auch zur Frage nach einer möglichen Rückkehr von 1860 in die Bundesliga äußerte sich Dreesen mit einem Augenzwinkern. Auf den Wunsch nach künftigen Stadtderbys meinte er, ein Münchner Derby gebe es bereits – nur eben in der Regionalliga. Dort trifft 1860 in dieser Saison auf die zweite Mannschaft des FC Bayern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber