Fußball

Hammer! Holt Italien Mancini zurück?

Italien hat wohl endlich einen neuen Coach – und es ist ausgerechnet der Rückkehrer, der einst nach Saudi-Arabien ging.

28.07.2026, 13:33 Uhr

Nach tagelangem Durcheinander ist die Suche nach einem neuen Nationaltrainer für Italiens kriselnde Fußball-Nationalmannschaft beendet: Roberto Mancini kehrt als Chef der Squadra Azzurra zurück. Der 61-Jährige hatte Italien 2021 zum EM-Titel geführt – dem bislang einzigen großen Erfolg der jüngeren Vergangenheit.

Die Entscheidung bestätigte der neue Präsident des italienischen Fußballverbands, Giovanni Malagò, in Rom. An Mancinis Seite soll künftig Claudio Ranieri als Technischer Direktor arbeiten. Der 74-Jährige stand zuletzt bei der AS Rom unter Vertrag.

Der Posten des Nationaltrainers – in Italien offiziell Commissario Tecnico – war seit Anfang April unbesetzt. Damals trat Gennaro Gattuso zurück, nachdem der viermalige Weltmeister zum dritten Mal in Folge in der WM-Qualifikation gescheitert war. Die anschließende Suche nach einem Nachfolger entwickelte sich in den vergangenen Tagen zu einem echten Chaos.

Pirlo scheiterte an Russland-Kontakten

Zunächst sagte Wunschkandidat Pep Guardiola ab, der in seiner Karriere unter anderem den FC Barcelona, den FC Bayern und Manchester City trainiert hatte. Danach rückte Andrea Pirlo in den Fokus. Der Weltmeister von 2006 trainiert derzeit in Dubai den United FC, der einem russischen Milliardär gehört.

Hinzu kamen weitere Verbindungen nach Russland: Pirlo wirbt für einen russischen Wettanbieter und war während des Ukraine-Kriegs zu Autogrammstunden in Moskau. Das wurde ihm letztlich zum Verhängnis. Verbandschef Malagò legte laut italienischen Berichten sein Veto gegen eine Verpflichtung ein. Zuvor hatte es bereits massive Kritik aus der Politik gegeben.

Im Gespräch gewesen sein soll dennoch ein Vierjahresvertrag bis zur WM 2030 mit einem Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro plus Erfolgsprämien.

Maldini und Leonardo zogen Konsequenzen

Im Zuge der Turbulenzen traten Medienberichten zufolge auch Paolo Maldini, der erst vor rund zwei Wochen als Technischer Direktor verpflichtet worden war, sowie dessen Berater Leonardo von ihren Ämtern im Verband zurück. Beide sollen sich trotz der Kritik weiterhin für Pirlo ausgesprochen haben.

Mit Mancini zurück zu alter Größe?

Nun soll Mancini Italien wieder stabilisieren und an erfolgreichere Zeiten anknüpfen. Der frühere Stürmer war bereits von 2018 bis 2023 Nationaltrainer. Höhepunkt seiner ersten Amtszeit war der EM-Triumph 2021 nach dem Finalsieg im Elfmeterschießen gegen England. Zudem gilt er als persönlicher Freund von Verbandspräsident Malagò.

Sein Ruf in Italien ist jedoch bis heute beschädigt. Mancini hatte sich 2023 trotz laufenden Vertrags überraschend als Nationaltrainer verabschiedet und war nach Saudi-Arabien gewechselt. Medien zufolge erhielt er dort einen Vertrag über vier Jahre mit rund 25 Millionen Euro pro Saison. Nach etwas mehr als einem Jahr zog es ihn weiter zum katarischen Klub Al-Sadd.

Erste Spiele gegen Belgien, Türkei und Frankreich

Als Spieler prägte Mancini in den 1980er- und 1990er-Jahren vor allem Sampdoria Genua. Mit dem Klub gewann er viermal den italienischen Pokal und einmal die Meisterschaft. Später spielte er auch für Lazio Rom und in England bei Leicester City. Als Vereinstrainer holte er nationale Meistertitel mit Inter Mailand und Manchester City.

Die nächsten Länderspiele Italiens stehen Ende September in der Nations League an: gegen Belgien, die Türkei und danach gegen Frankreich.

Ranieri übernimmt die Rolle des Technischen Direktors

Mit Claudio Ranieri bekommt Mancini einen erfahrenen Mann an die Seite. Der 74-Jährige war im Lauf seiner Karriere bei zahlreichen Klubs im In- und Ausland tätig und soll nun den Verband sowie die A-Nationalmannschaft als Technischer Direktor unterstützen.

Zwischenzeitlich war auch Giorgio Chiellini für diesen Posten im Gespräch. Der Europameister von 2021 machte jedoch deutlich, dass er mit seiner Arbeit als Manager bei Juventus Turin zufrieden ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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