Bruchloser Übergang im bayerischen Wirtschaftsministerium nach Aiwangers Tod
Nach dem unerwarteten Tod von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger soll die Arbeit im Ministerium ohne Unterbrechung weiterlaufen. Das betonte Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt bei einer Pressekonferenz in München. Er übernimmt vorerst die Leitung des Hauses, bis offiziell eine Nachfolge für den verstorbenen Minister geregelt ist.
Gotthardt erklärte, man werde den eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Das sei aus seiner Sicht auch im Sinne Aiwangers. Sichtlich bewegt sagte er, in den Rückmeldungen aus dem Ministerium zeige sich, dass nicht nur der Vorgesetzte fehle, sondern auch ein bedeutender Mensch. Auch Amtschefin Sabine Jarothe sprach von einer Lücke, deren Ausmaß noch kaum zu begreifen sei.
Rückkehr aus Singapur nach Todesnachricht
Als ihn die Nachricht vom Tod Aiwangers erreichte, befand sich Gotthardt auf einer Delegationsreise in Singapur. Nach eigenen Angaben entschied er sofort, nach Bayern zurückzukehren, und nahm den nächstmöglichen Flug. Am frühen Morgen sei er angekommen und direkt ins Ministerium gefahren. Dort habe er zahlreiche Gespräche geführt.
Jarothe betonte, auch Aiwanger selbst hätte gewollt, dass die Arbeit fortgesetzt wird. Gotthardt genieße das volle Vertrauen der Belegschaft, die ihn bei den nun anstehenden Aufgaben umfassend unterstütze.
Ministerium will Aiwangers Kurs fortführen
Inhaltlich soll das Wirtschaftsministerium zunächst auf der bisherigen Linie bleiben. Gotthardt sagte, es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen und der bayerischen Wirtschaft weiter Stabilität und Verlässlichkeit zu bieten. Bereits begonnene Vorhaben sollten weder gestoppt noch verzögert werden.

Zugleich wolle das Ministerium Bayern weiterhin mit Nachdruck in Berlin und Brüssel vertreten. Gotthardt kündigte an, man werde auch künftig ein starkes Sprachrohr für die Interessen der bayerischen Wirtschaft sein.
Aiwanger seit 2018 im Amt
Hubert Aiwanger war seit 2018 bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Er gehörte der Staatsregierung in der Koalition von CSU und Freien Wählern unter Ministerpräsident Markus Söder an. Der 55-jährige Niederbayer und Bundesvorsitzende der Freien Wähler war am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden. Zuvor hatte er wegen gesundheitlicher Probleme bereits nicht wie geplant bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler sprechen können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber