Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region um Moskau ist nach Angaben russischer Behörden ein sechs Monate altes Baby ums Leben gekommen.
Wie der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, in sozialen Netzwerken mitteilte, habe eine Drohne in der etwa 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gelegenen Stadt Jegorjewsk ein Wohnhaus in Brand gesetzt. Das verletzte Kind sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.
Worobjow zufolge wurden rund um Moskau 60 Drohnen abgeschossen oder durch elektronische Störmaßnahmen unschädlich gemacht. Zudem berichtete er von Schäden an einem Verwaltungsgebäude in Dubna, rund 120 Kilometer nordöstlich von Moskau.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in sozialen Netzwerken von einem Treffer auf das Zentrum für Weltraumkommunikation in Dubna. Die Anlage diene der Aufklärung und der Koordinierung russischer Besatzungstruppen in der Ukraine, schrieb er. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bislang nicht. Kiew hatte das Zentrum demnach bereits in der vergangenen Woche angegriffen.
Im benachbarten Gebiet Twer wurde nach Behördenangaben ebenfalls eine Frau getötet. Dort sollen Trümmer einer Drohne in ein Wohnhaus gestürzt sein.
Bereits am 18. Juni hatten ukrainische Drohnen bei einem groß angelegten Angriff die Moskauer Luftverteidigung überwunden und eine Raffinerie in der Hauptstadt getroffen.
Das russische Verteidigungsministerium teilte zudem mit, in der Nacht auf Dienstag seien landesweit 419 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Im grenznahen Gebiet Belgorod wurde nach örtlichen Angaben bei einem weiteren Drohnenangriff ein Mann getötet, vier weitere Menschen wurden verletzt.
Ukraine meldet Abwehr von 138 russischen Drohnen
Die ukrainische Luftwaffe erklärte unterdessen, in der Nacht 138 von insgesamt 154 russischen Drohnen abgewehrt zu haben. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Mit Angriffen auf Ziele tief im russischen Hinterland versucht Kiew, den Krieg auch auf das Gebiet des Angreifers zurückzutragen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber