Ukraine

Strom weg? Russlands Besatzer schlagen Alarm

Die Ukraine setzt Moskau zu – so sehr, dass selbst Putin Probleme einräumt. Was hinter den neuen Rückschlägen steckt

29.06.2026, 09:47 Uhr

In den von Russland kontrollierten Teilen der Südukraine ist es nach Angaben der eingesetzten Besatzungsbehörden zu umfangreichen Stromausfällen gekommen. Der Chef der russischen Verwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, erklärte auf Telegram, sämtliche Bezirke der Region seien vollständig oder teilweise ohne Elektrizität. Techniker, Energieversorger und Rettungskräfte arbeiteten daran, die Versorgung für die Haushalte möglichst rasch wiederherzustellen.

Einen unmittelbaren Zusammenhang mit ukrainischen Angriffen stellte Saldo zunächst nicht her. Später teilte er jedoch mit, dass im Verlauf der Nacht 34 ukrainische Drohnen unschädlich gemacht worden seien.

Auch im besetzten Gebiet Saporischschja wurden in der Nacht Notabschaltungen gemeldet. Der dort von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Jewgeni Balizki sprach zudem von Schäden an Energieanlagen, die infolge ukrainischer Angriffe auf das Stromnetz entstanden seien.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg und setzt Moskau mit eigenen Schlägen zunehmend unter Druck. Kremlchef Wladimir Putin räumte im Gespräch mit dem staatsnahen Fernsehkorrespondenten Pawel Sarubin ein, dass Attacken auf kritische Infrastruktur und besonders auf Energieanlagen Schwierigkeiten verursachten. Es gebe zwar gewisse Engpässe, diese seien jedoch nicht kritisch, sagte Putin.

Kiew hat seine Angriffe in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt und richtet diese vor allem gegen die russische Ölindustrie. Dadurch kam es zunächst auf der bereits 2014 besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu Treibstoffproblemen, inzwischen aber auch in vielen weiteren Regionen Russlands.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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