Ukraine

Gouverneur: Angriff erschüttert Werke in Wolgograd

Nächtlicher Schlag tief in Russland: In Wolgograd werden Produktionsanlagen getroffen – was steckt hinter dem Angriff?

27.06.2026, 07:28 Uhr

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht und am frühen Morgen eine Rüstungsfabrik in der russischen Millionenstadt Wolgograd angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb bei Telegram, Marschflugkörper des Typs Flamingo hätten die Anlagen des Betriebs Titan-Barrikady getroffen und in Brand gesetzt.

Nach Darstellung Selenskyjs werden in dem Werk Artilleriesysteme sowie Elemente für Raketen-Abschussrampen produziert.

Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte Schäden an den „Produktionsanlagen eines Unternehmens“, nannte den Betrieb jedoch nicht ausdrücklich. Seinen Angaben zufolge wurden mindestens zehn Menschen verletzt. Zudem sprach er von angreifenden „Flugobjekten mit Hochgeschwindigkeit“, womit offenbar Marschflugkörper gemeint sind. Mehrere kleinere Brände seien inzwischen gelöscht worden. Wohngebäude wurden demnach nicht getroffen.

Russische und ukrainische Medien hatten bereits zuvor übereinstimmend, wenn auch zunächst unbestätigt, berichtet, dass Titan-Barrikady Ziel des Angriffs gewesen sein könnte. Das Portal Astra meldete Rauchentwicklung über dem Werksgelände und verwies unter Berufung auf ausgewertete Foto- und Videoaufnahmen ebenfalls auf einen Angriff mit ukrainischen Marschflugkörpern vom Typ Flamingo.

Medienberichten zufolge stellt Titan-Barrikady Komponenten für die Raketensysteme Iskander, Jars und Topol-M her, die grundsätzlich auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Zudem soll die Fabrik auch an der Produktion der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt sein.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat sie ihre Schläge gegen strategisch wichtige Ziele im russischen Hinterland ausgeweitet. Neben Militäreinrichtungen und Rüstungsbetrieben geraten dabei auch Anlagen der Ölindustrie ins Visier. Kiew will damit nach eigener Darstellung die Treibstoffversorgung der russischen Truppen und die Kriegsfinanzierung des Kreml erschweren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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