US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran kurz vor ihrem Auslaufen überraschend auf unbestimmte Zeit verlängert. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Feuerpause solle gelten, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag für eine Verhandlungslösung an den Tisch komme. Eine neue Frist nannte er nicht.
Trump erklärte erneut, die Führung in Teheran sei tief gespalten. Deshalb solle die Waffenruhe so lange bestehen bleiben, bis aus dem Iran ein gemeinsamer Vorschlag vorliege und die Gespräche beendet seien – „auf die eine oder die andere Art und Weise“.
Unklar blieb zunächst, ob sich auch Iran und Israel an die verlängerte Feuerpause gebunden fühlen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete nach Trumps Ankündigung, eine offizielle Position Teherans solle zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Zugleich hieß es dort unter Berufung auf Quellen, der Iran habe keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten.
Trump vollzieht Kehrtwende
Mit der Verlängerung auf unbestimmte Zeit schlägt Trump einen Weg ein, den er noch am Vortag als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet hatte. Stattdessen hatte er auf ein Abkommen gedrängt, das den Krieg dauerhaft beenden soll. Noch am Morgen drohte er damit, das Militär sei startklar, falls es keine Einigung gebe. In seinem späteren Post wählte er dann jedoch einen auffallend milden Ton.
Straße von Hormus bleibt zentraler Streitpunkt
Zugleich teilte Trump mit, dass er dem US-Militär befohlen habe, die Straße von Hormus weiter für Schiffe zu blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder von dort kommen. Teheran hatte diese Maßnahme zuvor als Verstoß gegen die Waffenruhe und als Hindernis für weitere Verhandlungen bezeichnet.
Tasnim berichtete außerdem, der Iran werde die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen, hieß es weiter.
Bericht: Iran lehnt weitere Gespräche in Pakistan ab
Kurz zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gemeldet, dass iranische Vertreter nicht zu Verhandlungen nach Pakistan reisen würden. Die USA seien in den vergangenen Tagen nicht von „übertriebenen Forderungen“ abgerückt, nennenswerte Fortschritte habe es daher nicht gegeben. Unter diesen Umständen seien weitere Gespräche „reine Zeitverschwendung“.
Eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran hatte bereits vor knapp anderthalb Wochen in Islamabad stattgefunden. Die Gespräche, die auf US-Seite von Vizepräsident JD Vance geleitet wurden, endeten jedoch ohne Ergebnis. Trotz pakistanischer Vermittlungsbemühungen konnten sich beide Seiten bislang nicht auf eine weitere Runde verständigen.
Ohne die Verlängerung wäre die Waffenruhe nach Trumps Angaben am Mittwochabend Ortszeit in Washington ausgelaufen, in Deutschland in der Nacht zu Donnerstag. Für diesen Fall hatte Trump mit schweren Angriffen auf den iranischen Energiesektor sowie auf zivile Infrastruktur gedroht.
Neue Drohungen aus Teheran
Trump hatte Teheran wenige Stunden zuvor vorgeworfen, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben. Details nannte der US-Präsident zunächst nicht.
Auch aus dem Iran kamen scharfe Töne in Richtung Washington. Laut Tasnim erklärte das iranische Militär, es sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen. Für den Fall einer Rückkehr zum Krieg seien neue Ziele identifiziert worden. Vom ersten Moment einer Wiederaufnahme der Angriffe werde man eine „Hölle“ für Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion