Der Zuzug von Asylsuchenden hat nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, die Beschäftigung in Deutschland zu stabilisieren. Wie die Behörde in Nürnberg mitteilte, wurde der Beschäftigungsaufbau zwischen Juni 2014 und Juni 2025 vor allem von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen. 43 Prozent des Beschäftigungszuwachses entfielen demnach auf Menschen aus Drittstaaten, etwa ein Drittel davon auf Personen aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern.
Ohne Einwanderung aus dem Ausland wäre die Zahl der Erwerbspersonen schon früher deutlich zurückgegangen. Zwischen 2014 und 2024 sank die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit deutschem Pass um 3,9 Millionen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbsfähigen ohne deutschen Pass um 3,4 Millionen.
Erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt
Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, führte diese Entwicklung auch auf eine gelungene Integration in den Arbeitsmarkt zurück. Geflüchtete hätten einen wichtigen Anteil am Beschäftigungsplus gehabt. Besonders stark sei der Zuwachs bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den wichtigsten Fluchtländern ausgefallen: Ihre Zahl habe sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Zu den bedeutendsten Herkunftsländern zählen Syrien und Afghanistan.
Terzenbach betonte zudem, die Fortschritte der vergangenen Jahre machten deutlich, welches Potenzial vorhanden sei. Dieses müsse weiter konsequent genutzt werden. Das sei zugleich eine Investition in die Zukunft des deutschen Arbeitsmarktes.
Demografischer Druck nimmt zu
Trotzdem reicht Zuwanderung inzwischen nicht mehr aus, um die demografischen Belastungen vollständig auszugleichen. Nach Angaben der Vorstandsvorsitzenden Andrea Nahles dürfte das Erwerbspotenzial im Jahr 2026 erstmals um etwa 40.000 Personen sinken. In den kommenden Jahren werde sich dieser Trend voraussichtlich verschärfen, weil zunehmend Menschen aus geburtenstarken Jahrgängen in den Ruhestand eintreten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber