Politik

Trump erlaubt erste Militärhinrichtung seit 60 Jahren

Historischer US-Schritt: Trump erlaubt die Erschießung des Fort-Hood-Attentäters – erste Militärhinrichtung seit 1961?

06.10.2026, 09:08 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben des Pentagons die Hinrichtung des früheren Armeepsychiaters Nidal Hasan gebilligt. Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und 32 weitere verletzt. Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre es Berichten US-amerikanischer Medien zufolge die erste Exekution durch das US-Militär seit mehr als sechs Jahrzehnten.

Laut Pentagon-Sprecher Sean Parnell soll der heute 56-Jährige durch ein Erschießungskommando der US-Armee getötet werden. Hasan habe damals auf unbewaffnete US-Soldaten geschossen und dabei „Allahu Akbar“ gerufen. Verteidigungsminister Pete Hegseth habe die Vollstreckung empfohlen, Trump habe anschließend zugestimmt. Wann und wo die Hinrichtung stattfinden soll, ist bislang offen.

Die Entscheidung fällt nur wenige Tage nach einem missglückten Hinrichtungsversuch im Bundesstaat Tennessee. Dort überlebte die wegen Mordes verurteilte Christa Pike zwei Giftspritzen und befindet sich seither in kritischem Zustand. Der Vorfall hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA erneut angeheizt.

Erste Militärhinrichtung seit 1961?

Wie die New York Times berichtet, kann ein Todesurteil gegen Angehörige des US-Militärs nur vollstreckt werden, wenn der Präsident es bestätigt. Die letzte Hinrichtung durch das Militär gab es demnach 1961: Damals wurde ein Soldat exekutiert, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen während eines Einsatzes in Österreich verurteilt worden war.

Nach Militärvorgaben muss Hasans Hinrichtung laut ABC News frühestens 60 und spätestens 150 Tage nach der präsidialen Zustimmung stattfinden. Allerdings ist ein Stopp weiterhin möglich. Die New York Times verweist dabei auf einen ähnlichen Fall aus dem Jahr 2008.

Sollte das Urteil tatsächlich vollstreckt werden, wäre es zudem die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. In den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit hatte Trump damals 13 Gefangene hinrichten lassen.

Das Attentat von Fort Hood

Im November 2009 eröffnete Hasan als Militärpsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer. Dabei tötete er zwölf Soldaten und einen Zivilisten, Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Erst nachdem er selbst angeschossen worden war, konnte er festgenommen werden.

Nach Angaben der New York Times erklärte Hasan später, er habe die Tat im Namen des Dschihad begangen. Die Einsätze der USA im Irak und in Afghanistan bezeichnete er als rechtswidrig. Das Attentat ereignete sich in einer Phase, in der der Kampf gegen den Terror nach den Anschlägen vom 11. September 2001 die amerikanische Politik stark prägte. US-Medien zufolge wurde Hasan als Sohn palästinensischer Eltern in den Vereinigten Staaten geboren und soll sich vor der Tat zunehmend radikalisiert haben.

Für das Massaker wurde er zum Tode verurteilt. Reue habe er nicht gezeigt. Stattdessen soll er geäußert haben, er wäre bei dem Angriff lieber selbst gestorben, um als Märtyrer zu gelten. Nach Medienberichten ist Hasan einer von vier zum Tode verurteilten Häftlingen im Militärjustizsystem der USA.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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