Politik

Barcelona kocht: Zehntausende gegen Wohnungsnot

Wohnungschaos, Wut und Neuwahl-Schock: In Barcelona gehen Massen auf die Straße – Spanien steht vor brisanten Wochen.

06.10.2026, 01:12 Uhr

Zehntausende Menschen sind in Barcelona auf die Straße gegangen, um gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu protestieren. Über die Zahl der Teilnehmer gingen die Angaben deutlich auseinander: Die Behörden sprachen von rund 20.000 Menschen, die Veranstalter dagegen von bis zu 120.000.

Die Kundgebung im Zentrum der katalanischen Metropole verlief am Abend zunächst weitgehend ruhig. Später kam es jedoch zu einzelnen Zwischenfällen. Nach Medienberichten warfen einige Demonstranten Flaschen sowie Stühle aus einer Bar in Richtung der Einsatzkräfte und setzten mehrere Müllcontainer in Brand. Die Polizei nahm demnach mehrere Jugendliche fest.

Im Mittelpunkt der Proteste stand die Forderung nach mehr Wohnraum. Auf der Demonstration war unter anderem zu hören, es sei unbegreiflich, dass es obdachlose Menschen gebe, während Wohnungen leer stünden.

Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez hatte bereits am Montag Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Zuvor waren im Parlament, in dem ihm inzwischen die Mehrheit fehlt, zwei Verordnungen zur Eindämmung der Wohnungsnot gescheitert.

Auslöser der aktuellen Protestwelle ist der viel beachtete Fall einer 87-jährigen Frau, deren Wohnung in Madrid zwangsgeräumt wurde. In der spanischen Hauptstadt und in weiteren Städten hatte es daraufhin bereits große Demonstrationen gegen hohe Mieten, Wohnungsmangel und einen aus Sicht vieler unzureichenden Schutz vor Zwangsräumungen gegeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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