Iran

Droht jetzt der Angriff? Bomber wegen Iran-Gefahr abgezogen

Plötzlich kehrten die US-Bomber aus Großbritannien um: Hinter dem Rückzug steckt laut US-Medien ein brisanter Iran-Grund.

06.10.2026, 01:20 Uhr

US-Medienberichten zufolge haben die Vereinigten Staaten mehrere Langstreckenbomber aus Großbritannien abgezogen, nachdem Hinweise auf einen möglichen iranischen Drohnenangriff aufgetaucht waren. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf informierte US-amerikanische und europäische Beamte, es habe akute Sorgen vor einem koordinierten, komplexen Angriff gegeben, der den iranischen Revolutionsgarden zugeschrieben werde.

Dem Bericht zufolge soll der mutmaßliche Plan Teil eines breiter angelegten iranischen Komplotts gewesen sein. Ziel sei es gewesen, Flugzeuge auf dem Stützpunkt RAF Fairford anzugreifen und dort stationiertes Personal, darunter auch US-Piloten, zu töten.

Auch Axios meldete unter Verweis auf US-Vertreter, dass Geheimdienstinformationen über einen möglichen Drohneneinsatz aus dem Iran der Auslöser für den Abzug von rund einem Dutzend B-1-Bombern am Wochenende gewesen seien. Zuvor hatte bereits die New York Times berichtet, neue Drohungen gegen die Basis hätten hinter der überraschenden Verlegung gestanden. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf zwei US-Beamte von Hinweisen auf einen vom Iran unterstützten Anschlagsplan, nannte aber keine Details.

Trumps Reaktion

US-Präsident Donald Trump wollte diesen Hintergrund am Montag nicht ausdrücklich bestätigen. Auf die Frage, ob iranische Kampfdrohnen nach Großbritannien gebracht worden seien und ob dies der Grund für den Abzug gewesen sei, sagte er lediglich: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“ Zugleich warnte er, Teheran würde in einem solchen Fall einen hohen Preis zahlen.

Trump sprach allerdings allgemein von Bedrohungen. Deshalb habe man die Bomber nicht an Ort und Stelle belassen, sondern nur leicht verlegt. Auf Nachfrage erklärte er, die Verantwortlichen für die Drohung stünden wahrscheinlich mit dem Iran in Verbindung.

Stunden zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio den Zusammenhang zurückhaltender bewertet. Er sagte, er würde die mutmaßlichen Terrordrohungen nicht direkt mit der Entscheidung über die Verlegung der Bomber verknüpfen. Grundsätzlich sei eine solche Verlegung „nichts Ungewöhnliches“.

Bereits im März hatten die US-Streitkräfte zusätzliche Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen den Iran flexibler reagieren zu können. Ein tatsächlicher Angriff auf Flugzeuge oder US-Soldaten in RAF Fairford hätte das Potenzial gehabt, den festgefahrenen Konflikt im Nahen Osten deutlich weiter zu eskalieren.

Bericht über Rekrutierung britischer Staatsangehöriger

Das Wall Street Journal hatte schon vor dem Abzug der Bomber berichtet, US-Behörden hätten Kenntnisse über ein mit dem Iran verbundenes Komplott gegen den Stützpunkt. Demnach sollen die iranischen Revolutionsgarden britische Staatsangehörige für die Umsetzung des Plans angeworben haben. Laut Zeitung umfasste das Vorhaben mehrere Schritte, darunter auch ein Ablenkungsmanöver in der Umgebung des Militärstützpunkts.

Festnahmen in der Nähe des Stützpunkts

Ende September waren in der Umgebung der Militärbasis fünf Männer mit britischer Staatsangehörigkeit festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben. Zudem wird gegen sie wegen möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen kamen sie unter strengen Auflagen wieder frei.

Wenig später wurde außerdem ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsangehörigkeit vorübergehend festgenommen und später ebenfalls unter Auflagen entlassen.

Der britische Premierminister Andy Burnham hatte erklärt, es gebe Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran. Rubio sprach von der Beteiligung eines „ausländischen Akteurs“.

Ob die Festgenommenen mit dem mutmaßlich geplanten Drohnenangriff auf RAF Fairford in Zusammenhang stehen oder ob sie einen anderen Anschlag vorbereitet haben könnten, ist laut Axios bislang unklar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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