Politik

Sozialausgaben: Ein Drittel der Wirtschaftskraft weg

1,4 Billionen für Soziales: Rente, Pflege und Arbeitslosigkeit kosten immer mehr – doch ausgerechnet ein Posten sinkt.

23.07.2026, 13:17 Uhr

Sozialausgaben erreichen in Deutschland fast ein Drittel der Wirtschaftsleistung

Die Ausgaben für Soziales sind in Deutschland im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen und haben nahezu ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung erreicht. Nach Angaben der Bundesregierung legten die Kosten in sämtlichen Zweigen der Sozialversicherung zu. Besonders stark fiel der Anstieg in der Pflegeversicherung mit 11,2 Prozent aus. In der gesetzlichen Krankenversicherung betrug das Plus 7,7 Prozent, in der Rentenversicherung 5,8 Prozent.

Wie aus dem vom Bundessozialministerium vorgelegten Sozialbudget 2025 hervorgeht, machten Leistungen für Rente, Gesundheit, Pflege und weitere soziale Sicherungssysteme zusammen 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Zuerst hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

Sozialleistungsquote weiter gestiegen

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Anteil der Sozialleistungen am BIP um 0,7 Prozentpunkte. Den größten Block bilden weiterhin Renten, Pensionen, Betriebsrenten sowie Pflege- und ähnliche Leistungen mit zusammen rund 36 Prozent der gesamten Sozialausgaben. Dahinter folgt die medizinische Versorgung einschließlich Krankenhausbehandlungen und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall mit 34 Prozent.

Auch in der Arbeitslosenversicherung stiegen die Ausgaben deutlich. Laut Bundesregierung lagen sie um 15,7 Prozent höher als im Vorjahr, was vor allem auf höhere Zahlungen beim Arbeitslosengeld zurückgeführt wird. Dagegen gingen die Ausgaben für die Grundsicherung, also das Bürgergeld, um 1,2 Prozent zurück. Als ein Grund wird genannt, dass die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeld-Empfänger seit Anfang 2025 gesunken sei. Im Vergleich zum Vorjahr habe es 91.000 weniger Leistungsbeziehende dieser Gruppe gegeben.

Ältere Menschen leiden unter hohen Temperaturen
Die Ausgaben für Ältere und Pflege sind vergangenes Jahr gestiegen. (Symbolbild) Quelle: Christoph Reichwein/dpa

Mehr als 1,4 Billionen Euro für soziale Leistungen

Insgesamt summierten sich die Sozialleistungen auf mehr als 1,4 Billionen Euro, konkret auf rund 1.431 Milliarden Euro. Dass die Sozialleistungsquote weiter zunahm, hängt auch mit der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Während die Sozialausgaben um 5,7 Prozent wuchsen, stieg das Bruttoinlandsprodukt nominal lediglich um 3,3 Prozent. Preisbereinigt lag das reale Wachstum sogar nur bei 0,2 Prozent.

Die Finanzierung des Sozialstaats blieb dabei im Wesentlichen unverändert: Rund zwei Drittel der Ausgaben werden über Beiträge getragen, etwa ein Drittel kommt aus staatlichen Zuschüssen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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