Politik

Merkel warnt: Beim Klima geht es ums nackte Überleben

Merkel zieht überraschend Bilanz: Mit fast allem im Reinen – doch ein Punkt lässt sie nicht los. In Berlin verrät sie ein Schlüsselerlebnis.

02.06.2026, 18:31 Uhr

Merkel mahnt zu mehr Fokus auf den Klimaschutz

Altkanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, den Kampf gegen die Erderwärmung wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Bei einer Feier zum 40-jährigen Bestehen des Bundesumweltministeriums sagte die CDU-Politikerin, der Klimawandel bleibe trotz vieler anderer Krisen eine existenzielle Frage für die Menschheit. Aus ihrer Sicht gerate dieses Thema derzeit jedoch teilweise aus dem Blick.

Merkel war selbst von 1994 bis 1998 Bundesumweltministerin. Mit Blick auf die erste UN-Klimakonferenz 1995 in Bonn, die sie damals als Ministerin ausrichtete, sagte sie rückblickend, dort habe sie ihre außenpolitische Seite entdeckt.

Rückblick mit Lob und Selbstkritik

In ihrer Rede erinnerte Merkel an politische Fortschritte, räumte aber auch Versäumnisse ein. Sie stellte die Frage, ob in ihrer Verantwortung mehr vorbeugender Klimaschutz möglich gewesen wäre. Immer wieder habe die Politik eher auf Hoffnung gesetzt als konsequent nach dem Vorsorgeprinzip zu handeln. Auch nach dem Ende ihrer Amtszeit beschäftige sie, ob Gesellschaften Warnungen von Fachleuten rechtzeitig ernst nähmen oder erst nach Naturkatastrophen reagierten.

Die Entscheidung zum Atomausstieg nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 verteidigte Merkel erneut. Die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung unter ihrer Führung habe diesen Kurs bewusst eingeschlagen. Sie halte weiterhin daran fest, dass Deutschland seine Klimaziele auch ohne Kernenergie erreichen könne.

Schneider zieht positive Bilanz des Umweltministeriums

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bewertete die Entwicklung der deutschen Umweltpolitik in den vergangenen vier Jahrzehnten positiv. Deutschland sei wirtschaftlich gewachsen und zugleich gesünder sowie nachhaltiger geworden. Zudem seien viele Flüsse und Gewässer, darunter Rhein und Elbe, deutlich sauberer geworden und erhielten nach und nach wieder mehr natürliche Auen und Flussläufe.

Gründung als Folge von Tschernobyl

Das Bundesumweltministerium wurde am 6. Juni 1986 gegründet. Anlass war die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Seitdem ist das Ministerium unter anderem auch für Fragen der Reaktorsicherheit zuständig. Zuvor lag der Umweltschutz im Verantwortungsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Die DDR hatte ein eigenes Umweltministerium bereits 1972 geschaffen und gehörte damit international zu den frühen Staaten mit einem solchen Ressort.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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