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Zverev stürmt nach Jódar-Sieg ins Paris-Halbfinale

Zverev nur noch zwei Siege vom Paris-Triumph entfernt – im Viertelfinale zeigt er dem Next-Gen-Star gnadenlos die Grenzen auf.

02.06.2026, 17:15 Uhr

Alexander Zverev hat bei den French Open auch seinen bislang größten Härtetest bestanden und den nächsten Schritt in Richtung des erhofften Grand-Slam-Titels gemacht. Der 29-Jährige gewann das mit Spannung erwartete Viertelfinale gegen Spaniens Jungstar Rafael Jódar (19) mit 7:6 (7:3), 6:1, 6:3 und erreichte damit bereits zum fünften Mal das Halbfinale in Paris.

Große Emotionen zeigte der Hamburger nach seinem Statement-Sieg erneut nicht. Den ausgelassenen Jubel scheint sich Zverev weiter für eine mögliche Titel-Feier in Roland Garros aufzusparen. Eine öffentliche Kampfansage vermied er ebenfalls. „Ich will die Matches gewinnen, die vor mir liegen – das ist mein Ziel“, sagte Zverev. „Ich bin im Halbfinale – aber das ist es für jetzt.“ Mit seinem Auftritt gegen Jódar unterstrich er dennoch seine starke Form und bewies aus Sicht vieler Beobachter absolute Titelform.

Im Halbfinale trifft der Weltranglistendritte auf den Gewinner der Partie zwischen dem brasilianischen Teenager João Fonseca (19) und dem ein Jahr älteren Tschechen Jakub Mensik. Das Duell am Abend wollte er nach eigenen Worten im Hotelzimmer verfolgen – „vielleicht mit einem schönen Drink in meiner Hand“.

Unabhängig vom nächsten Gegner gilt der Deutsche nach dem frühen Aus von Jannik Sinner und Novak Djokovic sowie dem verletzungsbedingten Fehlen von Carlos Alcaraz als erster Anwärter auf den Titel. In seinem 41. Anlauf bei einem Grand-Slam-Turnier soll nun endlich der erste Major-Triumph gelingen.

Becker lobt Zverevs bislang stärksten Auftritt

Nach anfänglichen Schwierigkeiten übernahm Zverev gegen Sensations-Aufsteiger Jódar, der vor einem Jahr noch außerhalb der Top 700 der Weltrangliste stand, zunehmend die Kontrolle und zeigte dem Spanier klar die Grenzen auf. Nach 2:25 Stunden verwandelte der Olympiasieger von 2021 seinen ersten Matchball gegen einen am Ende sichtbar entkräfteten Gegner.

Tennis-Ikone Boris Becker sprach bei Eurosport von Zverevs bislang stärkster Vorstellung im laufenden Turnier. „Das war die beste Vorstellung von Sascha Zverev bei diesem Turnier“, sagte Becker. Zudem habe Zverev den Eindruck vermittelt, seinem Gegner und dem restlichen Feld zeigen zu wollen, wie stark er derzeit spiele.

Schwieriger Beginn gegen variablen Jódar

Die Anfangsphase verlief deutlich enger, als es das spätere Ergebnis vermuten lässt. Schon die ersten beiden Spiele waren hart umkämpft und dauerten zusammen 17 Minuten. Zverev produzierte zunächst mehr Fehler als gewohnt, fand bei seinen Stopps nicht das richtige Timing und bekam auch mit dem Aufschlag anfangs nicht den gewohnten Druck in sein Spiel.

Jódar returnierte stark, variierte geschickt das Tempo und öffnete immer wieder klug den Platz. Zverev wirkte von der Spielweise des 19-Jährigen zunächst durchaus überrascht. Becker sagte dazu, Jódar habe den Court gut geöffnet, das Tempo geschickt verändert und häufig die Linie gefunden – damit habe Zverev anfangs offenbar nicht gerechnet.

Als der Spanier jedoch beim Stand zum möglichen Satzgewinn aufschlug, flatterten ihm die Nerven. Zverev holte sich das Break zurück und setzte sich im Tiebreak dank eines wieder stabileren Services durch.

Regen sorgt kurz für Unruhe auf den Rängen

Wegen des regnerischen Wetters blieb das Dach auf dem Court Philippe Chatrier geschlossen. Im ersten Satz wurde es im Publikum kurz unruhig, weil an den Seiten Regen eindrang. Zuschauer spannten Schirme auf oder verließen ihre Plätze zeitweise hastig.

Nach dem ersten Satz klar überlegen

Mit der Satzführung im Rücken war Zverev anschließend der deutlich bessere Spieler. Für Jódar, der vor der laufenden Sandplatzsaison fast nur Insidern ein Begriff war, schien die große Viertelfinal-Bühne plötzlich etwas zu groß zu sein. Hinzu kam wohl auch ein körperlicher Nachteil, nachdem der Youngster in den beiden Runden zuvor jeweils über fünf Sätze hatte gehen müssen.

Zverev nutzte die Schwächen seines Gegners konsequent aus, dominierte die Ballwechsel vor allem mit seiner Rückhand und fand später auch bei den Stopps wieder deutlich bessere Lösungen. Nach dem klar verlorenen zweiten Satz war Jódars Widerstand weitgehend gebrochen, sodass Zverev den Sieg souverän ins Ziel brachte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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