Politik

Lehrer am Limit? Jeder Dritte schon über 50

Rekord bei Lehrern: 44 % arbeiten nur Teilzeit, viele sind 50plus – und je nach Bundesland ist die Lage völlig anders.

08.07.2026, 09:58 Uhr

Teilzeit bei Lehrkräften erreicht neuen Höchststand

An Deutschlands allgemeinbildenden Schulen nimmt Teilzeitarbeit weiter zu. Im Schuljahr 2024/2025 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts von insgesamt 752.100 Lehrkräften 44 Prozent in Teilzeit beschäftigt. Das ist etwas mehr als im Vorjahr mit 43 Prozent und zugleich der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2009.

Frauen deutlich häufiger in Teilzeit

Vor allem Lehrerinnen arbeiten reduziert: Ihre Teilzeitquote lag bei 51 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie bei ihren männlichen Kollegen, von denen 23 Prozent in Teilzeit tätig waren. Insgesamt liegt der Anteil zudem klar über dem Durchschnitt anderer Berufe. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg arbeiteten zuletzt nur 31 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit.

Auch regional zeigen sich große Unterschiede. In Hamburg (55 Prozent) und Bremen (52 Prozent) unterrichtete mehr als die Hälfte der Lehrkräfte in Teilzeit. Deutlich niedriger fiel der Anteil in Thüringen (23 Prozent) und Sachsen-Anhalt (24 Prozent) aus.

Viele Lehrkräfte sind 50 Jahre oder älter

Die Statistik zeigt außerdem eine vergleichsweise hohe Altersstruktur im Schuldienst. Im Schuljahr 2024/2025 war mehr als jede dritte Lehrkraft mindestens 50 Jahre alt. Rund 25 Prozent gehörten zur Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen, weitere 10 Prozent waren 60 Jahre oder älter.

Jüngere Lehrkräfte sind dagegen seltener vertreten: Die unter 35-Jährigen machten lediglich 20 Prozent des Personals an allgemeinbildenden Schulen aus.

Zwischen den Bundesländern gibt es auch hier deutliche Unterschiede. In Sachsen-Anhalt waren 51 Prozent der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, in Mecklenburg-Vorpommern 47 Prozent. Die niedrigsten Anteile wurden im Saarland (29 Prozent) und in Bremen (30 Prozent) gemessen.

Frauenanteil bleibt hoch, mehr Quer- und Seiteneinsteiger

Der Frauenanteil im Schuldienst blieb weiterhin überdurchschnittlich. An allgemeinbildenden Schulen lag er bei rund 73 Prozent. Zum Vergleich: Unter allen abhängig Beschäftigten in Deutschland betrug der Frauenanteil 2024 lediglich 48 Prozent.

Wegen des anhaltenden Lehrkräftemangels steigt zudem die Zahl der Quer- und Seiteneinsteiger. Der Anteil von Lehrkräften ohne anerkannte Lehramtsprüfung lag im Schuljahr 2024/2025 bei 11 Prozent. Zehn Jahre zuvor, im Schuljahr 2014/2015, hatte dieser Wert noch bei 4 Prozent gelegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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