Deutschland bei Investitionen in immaterielle Werte weltweit vorne
Deutschland zählt bei Investitionen in Forschung, Entwicklung, Software, Design und andere immaterielle Vermögenswerte weiterhin zu den führenden Ländern der Welt. Nach einer Untersuchung der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) und der Luiss Business School beliefen sich die staatlichen und privaten Ausgaben in diesem Bereich im vergangenen Jahr auf fast 728 Milliarden US-Dollar. Damit kam Deutschland auf Rang drei hinter den USA und Japan. China wurde in der Studie wegen fehlender Daten nicht berücksichtigt. Veröffentlicht wurden die Zahlen vom Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München.
DPMA sieht positives Signal
Als immaterielle Investitionen gelten nach Definition der UN-Organisation Ausgaben, die nicht in klassische Sachinvestitionen wie Maschinen, Fabriken oder Anlagen fließen. Dazu zählen unter anderem Forschung und Entwicklung, Software, Finanzprodukte sowie Design und Marken.
DPMA-Präsidentin Eva Schewior betonte die wachsende Bedeutung von Wissen und Schutzrechten für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und den weltweiten Wohlstand. Dass Deutschland bei Investitionen in immaterielles Vermögen zu den Spitzenländern gehöre, sei daher ein ermutigendes Zeichen.
Im Jahr 2025 entsprachen die immateriellen Investitionen in Deutschland laut Studie 11,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit lagen sie über den traditionellen materiellen Investitionen, deren Anteil bei 10,4 Prozent lag.
USA mit deutlichem Vorsprung
Die Auswertung macht zugleich deutlich, wie groß der Abstand zur Spitze ist. In den USA wurden 2025 laut Wipo knapp fünf Billionen US-Dollar in immaterielle Werte investiert. Das entsprach fast der Hälfte des weltweiten Gesamtvolumens von rund zehn Billionen Dollar und war etwa sechsmal so viel wie in Japan, das mit 810 Milliarden Dollar auf Platz zwei lag.
Zugleich deutet die Studie auf strukturelle Herausforderungen für den Industriestandort Deutschland hin. Während klassische Sachinvestitionen hierzulande stagnieren, legten sie in den USA weiter zu. Deutschland ist mit dieser Entwicklung jedoch nicht allein: Auch in Kanada zeigt sich ein ähnliches Bild, während die traditionellen Investitionen in Japan laut Wipo sogar rückläufig waren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber