Anonymer Spender ermöglicht freien Freibad-Eintritt für junge Menschen in Schwalmstadt
In Schwalmstadt sorgt in diesen Sommerferien eine besondere Aktion für Freude: Ein anonymer Wohltäter übernimmt für alle Kinder und Jugendlichen den Eintritt ins örtliche Freibad. Nach eigenen Angaben tut er das vor allem deshalb, weil er selbst gerne schwimmen geht.
Der Mann, der nicht namentlich genannt werden möchte, zeigt sich von der großen Resonanz überrascht. Er selbst halte die Geste gar nicht für außergewöhnlich. Er habe genug Geld, sagt er, und fügt sinngemäß hinzu, dass man Vermögen nicht mitnehmen könne und es deshalb auch für sinnvolle Zwecke ausgeben sollte.
Idee entstand an einem heißen Sommertag
Der Anstoß für die Spende kam ihm zu Beginn des Sommers. An einem warmen Tag sei das Bad fast leer gewesen, lediglich Bademeister und Kassenpersonal seien vor Ort gewesen. Angesichts der guten Anlage habe er sich gefragt, warum sie kaum genutzt werde — und beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.
Daraufhin erklärte er sich bereit, für alle Vier- bis 16-Jährigen den Eintritt zu bezahlen. Kinder unter vier Jahren haben ohnehin freien Zugang, während für die Altersgruppe zwischen vier und 16 Jahren normalerweise ein Euro fällig wird. Nach Gesprächen mit dem Freibad, dem Förderverein und der Stadt konnte die Regelung rechtzeitig zum Ferienbeginn umgesetzt werden.
Mehr Gemeinschaft, weniger Bildschirmzeit
Mit seiner Unterstützung verfolgt der Spender ein klares Ziel: Kinder und Jugendliche sollen häufiger ins Schwimmbad kommen, dort gemeinsam Zeit verbringen und Freude haben. Dabei gehe es nicht nur ums Schwimmen. Auf dem Gelände gebe es auch Möglichkeiten zum Fußballspielen und ein Beachvolleyballfeld. Zudem hoffe er, dass junge Menschen dadurch etwas Abstand von Handy, Tablet und anderen digitalen Geräten gewinnen.
Auch Familien mit wenig Geld sollen profitieren
Der Schwalmstädter verweist darauf, dass nicht alle Familien sich in den Ferien eine Reise leisten können. Für manche sei selbst der regelmäßige Freibadbesuch finanziell schwierig. Das kenne er aus eigener Erfahrung aus seiner Jugend. Umso schöner sei es, wenn Jugendliche sich trotzdem mit Freunden treffen und unbeschwerte Stunden verbringen könnten.
Bürgermeister Tobias Kreuter bezeichnete die Spende als starkes Signal für den Zusammenhalt in der Stadt. Gerade für Familien, die in diesem Sommer zu Hause bleiben müssten, sei der freie Eintritt eine wertvolle Unterstützung.
5.000 Euro vorab überwiesen
Um die Aktion zu finanzieren, hat der anonyme Unterstützer nach eigenen Angaben zunächst 5.000 Euro an die Stadt überwiesen. Sollte der Betrag nicht ausreichen, wolle er nachlegen. Zwar würde das sein Portemonnaie ein wenig belasten, sagt er, doch die Freude darüber, dass dann noch mehr Jugendliche das Angebot nutzen, sei für ihn wichtiger.
Schwimmen als Entspannung
Für den Spender ist Schwimmen nicht nur gesund, sondern auch besonders wohltuend. Er beschreibt das Gefühl im Wasser als schwebend. Beim Rückenschwimmen schaue er oft in den Himmel, beobachte Wolken, Segelflieger und Störche — für ihn ein Moment der Ruhe und Entspannung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber