Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr zwar einen Überschuss erzielt, zugleich steigen ihre Ausgaben aber weiterhin kräftig. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lag das Plus nach sechs Monaten bei 2,6 Milliarden Euro. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die zu Jahresbeginn erhöhten Beiträge, die in erster Linie dazu dienten, die Rücklagen wieder aufzustocken.
Die Reserven der Kassen beliefen sich demnach zuletzt auf 7,5 Milliarden Euro. Im Durchschnitt erreichten die Kassen damit wieder das gesetzlich vorgesehene Mindestniveau von 0,2 Monatsausgaben.
Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) betonte, dass die Halbjahreszahlen keine Entwarnung zuließen. Die Ausgaben wüchsen weiterhin deutlich schneller als die Einnahmen. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden, um einen weiteren Anstieg der Beitragssätze zu verhindern.
Die schwarz-rote Koalition hat bereits ein Spargesetz beschlossen. Ab Anfang 2027 sollen demnach Ausgabenbegrenzungen für Arztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken und die Pharmaindustrie greifen. Vorgesehen sind zudem höhere Zuzahlungen der Versicherten bei Medikamenten.
Leistungsausgaben steigen weiter deutlich
Von Januar bis Ende Juni nahmen die 93 Krankenkassen insgesamt 188,9 Milliarden Euro ein, während die Ausgaben bei 186,3 Milliarden Euro lagen. Die Kosten für medizinische Leistungen erhöhten sich um 7,4 Prozent. Damit fiel der Anstieg zwar etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum mit 7,7 Prozent, liegt aber nach Ministeriumsangaben weiterhin klar über dem langfristigen Durchschnitt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber