Uneinigkeit zwischen Bayern und Schalke über mögliche Meister-Playoffs
Beim Thema einer möglichen Einführung von Playoffs um die deutsche Meisterschaft liegen der FC Bayern München und Bundesliga-Aufsteiger Schalke 04 nicht auf einer Linie. Vor dem direkten Duell am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) sprach sich Schalkes Aufsichtsratschef Axel Hefer in einem gemeinsamen Interview mit der Bild für eine Reform des Spielmodus aus. Bayern-Präsident Herbert Hainer wies den Vorschlag dagegen klar zurück.
Hefer warb dafür, über Veränderungen in der Bundesliga nachzudenken. Aus seiner Sicht könnte Bayern weiterhin regelmäßig die Champions League erreichen, während zugleich mehr Spannung im Titelrennen entstünde. Die Münchner dominierten die Liga seit 2013 fast durchgehend und holten in diesem Zeitraum jedes Mal die Meisterschaft – mit Ausnahme von Bayer Leverkusens Titelgewinn im Jahr 2024. Schalke hingegen wartet bereits seit 1958 auf eine Meisterschaft; damals wurde der Titel noch in einer Endrunde ausgespielt.
"Ich glaube, dass auch Bayern ein großes Interesse daran haben sollte, über den Spielmodus nachzudenken", sagte Hefer.
Der Schalker Funktionär meinte zudem, dauerhafte Titelgewinne seien nicht unbedingt das reizvollste Szenario. Wirkliche Begeisterung entstehe eher dann, wenn ein Erfolg nicht von vornherein feststehe. Beim Thema Playoffs gebe es daher zwischen beiden Seiten grundlegend verschiedene Ansichten.
Hainer pocht auf den klassischen Modus
Herbert Hainer machte dagegen unmissverständlich klar, dass er an der bisherigen Regelung festhalten will.

"Ich will jedes Jahr Meister werden!"
Von K.-o.-Spielen um den Titel hält der Bayern-Präsident wenig. Für ihn ist die fairste Lösung, dass nach 34 Spieltagen die Mannschaft an der Spitze der Tabelle deutscher Meister wird. Zur Begründung verwies er auf die Basketball-Abteilung des FC Bayern: Dort sei das Team nach einer starken Hauptrunde in den Playoffs noch gescheitert, auch weil die Belastung nach 83 Saisonspielen zu hoch gewesen sei.
Damit bleibt die Debatte offen – Einigkeit zwischen Schalke und Bayern ist in dieser Frage vorerst nicht in Sicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber