Ukraine

Selenskyj: US-Vermittler schon Sonntag in Kiew

Nach Wochen des Stillstands kündigt Selenskyj den heiklen Kiew-Besuch der US-Vermittler an – zuvor waren sie nur in Moskau.

04.09.2026, 19:21 Uhr

Selenskyj stellt Besuch von Witkoff und Kushner in Kiew in Aussicht

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für Sonntag einen Besuch der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew angekündigt. In einer Videobotschaft sagte er, es sei besprochen worden, dass beide zunächst nach Moskau reisen und anschließend in die ukrainische Hauptstadt weiterfliegen. Die Ukraine bereite sich auf den Besuch vor.

Aus Washington kam inzwischen eine erste Bestätigung: US-Präsident Donald Trump sagte im Weißen Haus auf Nachfrage von Reportern, dass er seine beiden Unterhändler entsandt habe. Konkrete Reisedaten nannte er allerdings nicht. Trump erklärte zudem, Witkoff und Kushner würden einen Vorschlag mitbringen, wie der Ukraine-Krieg beendet werden könne, ohne dazu nähere Einzelheiten zu nennen. „Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können“, sagte er und zeigte sich wie schon bei früheren Vermittlungsversuchen optimistisch. Ein Durchbruch blieb bisher jedoch aus.

Selenskyj kündigte außerdem an, Kiew werde für den Besuch – wie schon bei früheren diplomatischen Missionen aus den USA – den regulären Betrieb im russischen Luftraum ermöglichen. Von ukrainischer Seite solle es in dieser Zeit keine Luftangriffe geben. Zugleich forderte er von Russland ein entsprechendes, spiegelbildliches Vorgehen.

Berichte über Reisepläne waren zunächst unbestätigt

Bereits zuvor waren Medienberichte aufgetaucht, wonach der US-Sondergesandte Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Trump, am Samstag in Moskau und am Sonntag in Kiew erwartet würden. Offiziell bestätigt worden waren diese konkreten Planungen zunächst nicht.

Die New York Times berichtete unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte, dass die amerikanischen Vermittler zuerst den russischen Präsidenten Wladimir Putin und danach Selenskyj treffen sollen. Demnach hätten sich die Gespräche über die Reise über mehrere Wochen hingezogen. Washington habe darauf bestanden, dass die Ukraine während des Aufenthalts von Witkoff und Kushner in Russland ihre Drohnenangriffe auf Moskau und auf die russische Energieinfrastruktur vorübergehend aussetzt. Im Gegenzug solle Russland seine Raketenangriffe auf Kiew einstellen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte die Reisepläne nicht kommentieren. Laut der russischen Staatsagentur Tass sagte er auf die Frage, wann Witkoff und Kushner in Moskau erwartet würden, lediglich, man werde informieren, falls es zu solchen Kontakten komme.

Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung mit den Bemühungen betraut, den seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. In den vergangenen Monaten stockten die Gespräche allerdings, weil Washington seinen Fokus zeitweise auf den Krieg gegen den Iran verlagert hatte. Seit 2025 reisten die beiden US-Vermittler mehrfach nach Moskau, ein Besuch in Kiew fand im Rahmen ihrer Vermittlungsmissionen bislang jedoch noch nicht statt. Zuletzt saß Washington im Februar in der Schweiz als Vermittler bei direkten Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew mit am Tisch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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