Politik

Kanada gegen Trump: Bleibt Lake Ontario für immer?

Trump will den Grenzsee umtaufen – doch Ontarios Premier kontert mit einem provokanten Schild. Was steckt dahinter?

30.08.2026, 07:06 Uhr

Ontario kontert Trump mit Schild am Seeufer

Im Streit um den Namen des Ontariosees hat Ontarios Premier Doug Ford nachgelegt. In einem knapp 40 Sekunden langen Video auf X ist er im roten Trikot der kanadischen Fußball-Nationalmannschaft vor einem großen blauen Schild am Ufer zu sehen. Darauf steht auf Englisch und Französisch: „Lake Ontario – Now and Always“ sowie „Lac Ontario – Aujourd’hui et pour toujours“.

Ford macht in der Aufnahme deutlich, dass der Name des Sees aus seiner Sicht nicht zur Debatte steht. Der Ontariosee habe bereits lange vor Donald Trumps Amtszeit so geheißen und werde diesen Namen auch behalten, wenn Trump nicht mehr im Weißen Haus sei. Das Schild solle den US-Präsidenten und alle anderen daran erinnern, dass der See „Lake Ontario“ heiße – „jetzt und für immer“.

Hintergrund ist der Zollstreit

Auslöser der neuerlichen Provokation ist der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada. Trump hatte den Grenzsee vor wenigen Tagen in „Lake America“ umbenannt und dies mit wirtschaftlichen Spannungen verknüpft. Er erklärte, die Vereinigten Staaten rechneten nicht mehr mit bedeutenden Geschäften mit Ontario.

Die bevölkerungsreichste Provinz Kanadas ist wirtschaftlich eng mit den USA verbunden. Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa vor gut einer Woche hat sich der Konflikt jedoch deutlich verschärft.

Der Ontariosee gehört zu den fünf Großen Seen. Drei weitere davon liegen ebenfalls an der Grenze zwischen Kanada und den USA. Der Name „Lake Ontario“ geht bereits auf das 17. Jahrhundert zurück – also auf eine Zeit, lange bevor beide Staaten überhaupt gegründet wurden.

Zollstreit USA Kanada - Lake Ontario
Doug Ford gilt als Mann klarer Worte. Quelle: Keito Newman/The Canadian Press/AP/dpa

Ford greift Trump scharf an

Ford hatte seinem Ärger über Trump schon nach dem Ende der Handelsgespräche öffentlich Luft gemacht. Dabei beschimpfte er den US-Präsidenten unter anderem mit drastischen Worten und nannte ihn einen „Diktator“, einen „Verlierer“ und den „König der Bankrotte“.

Auch Kanadas Premierminister Mark Carney hatte zuvor klargestellt, dass Ottawa Trumps Versuch einer einseitigen Umbenennung des Ontariosees nicht anerkennen werde. Trump zeigt sich verärgert darüber, dass Kanada im Zollstreit nicht nachgibt.

Bereits mehrfach hat der US-Präsident in seiner zweiten Amtszeit symbolträchtige Umbenennungen als politisches Druckmittel genutzt. So bezeichnete er den Golf von Mexiko als „Golf von Amerika“ und gab dem höchsten Berg Nordamerikas in Alaska wieder den früheren Namen Mount McKinley.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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