Kampenwand-Kreuz zum 75. Jubiläum umfassend saniert
Die markanten Felszacken der Kampenwand mit dem weithin sichtbaren Gipfelkreuz gelten als eines der bekanntesten Wahrzeichen des Chiemgaus und als Sehnsuchtsort für viele Kletterer. Zum 75. Jahrestag seiner Weihe ist das sogenannte Chiemgaukreuz aufwendig renoviert worden. Errichtet wurde es 1951 als Mahnmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege aus der Region.
Zum Jubiläum fand die 75. Gedenkmesse für die Gefallenen und Vermissten des Chiemgaus statt. Kardinal Reinhard Marx feierte den Gottesdienst an der Gedächtniskapelle „Maria, Königin des Friedens“ nahe der Steinlingalm. Nach Angaben des Erzbistums München und Freising kamen rund 2.000 Menschen bei Sonnenschein vor der Bergkulisse zusammen, um zu beten und zu singen. Unter den Gästen war auch Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU).
In seiner Predigt erinnerte Marx an die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs und griff dabei das Buch „Die Schlafwandler“ des Historikers Christopher Clark auf. „Wir brauchen keine Schlafwandler an der Spitze unseres Staates, sondern wir brauchen aufmerksame, wache Menschen, die Verantwortung auf allen Ebenen übernehmen“, sagte der Kardinal.
Zugleich bezeichnete Marx Krieg als „großes Übel“ und als Verbrechen, weil er Moral zerstöre und die Seelen der Menschen verwüste. Angesichts neuer Kriege, Krisen, Nationalismen und Egoismen seien Wachsamkeit und Verantwortungsbewusstsein heute besonders wichtig.
Seit Jahren gibt es zudem Streit um einen möglichen Neubau der Kampenwandbahn, die seit 1957 mit ihren bunten historischen Vier-Personen-Gondeln unterwegs ist. Der Bund Naturschutz kritisiert vor allem die geplanten Kapazitätserweiterungen und Nachtfahrten. Aus Sicht des Verbands könnte dies die empfindliche Bergwelt massiv stören.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber