Die Bundesregierung hält sich weiterhin mit einer öffentlichen Festlegung zurück, wer für den mutmaßlichen Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich ist. Auf Medienberichte des Springer-Verlags angesprochen, wonach Berlin Russland hinter dem Vorfall vermutet, erklärte ein Regierungssprecher, die Bundesregierung beteilige sich nicht an Spekulationen. Entscheidend sei allein eine offizielle Bewertung, die auf Grundlage aller Ermittlungsergebnisse getroffen werde.
Mehrere Medien, darunter die „Welt am Sonntag“, „Politico“ und „Bild“, berichteten unter Berufung auf nicht namentlich genannte, mit dem Vorgang vertraute Personen, dass die Regierung ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Moskau vorbereite.
Reaktion der Bundesregierung angekündigt
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Donnerstag in einem Fernsehinterview, die Bundesregierung werde die Verantwortung für den Angriff in Kürze abschließend klären. Danach werde es „sehr bald“ eine passende Reaktion geben. Bereits bei der Kabinettsklausur am Dienstag hatte Merz betont, dass die Urheber hybrider Angriffe die Folgen zu spüren bekämen.
Aus Regierungskreisen hieß es zudem, in einem derart schweren Fall reiche die Ausweisung von ein oder zwei Diplomaten nicht aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, zunächst müsse der Nachweis erbracht werden; anschließend solle über die Konsequenzen entschieden und diese dann auch umgesetzt werden.
Angriff auf kritische Infrastruktur
Die mit Sprengstoff versehene Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber