Trump reagiert gelassen auf Irans neue Forderungen zur Straße von Hormus
Trotz neuer Bedingungen aus Teheran für eine Freigabe der Straße von Hormus zeigt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ unbeeindruckt. Dem Portal Axios sagte er, man messe den Äußerungen keine große Bedeutung bei. Zugleich erklärte Trump, die Gespräche mit dem Iran würden nur mit begrenztem Nachdruck geführt. Mit Verweis auf die angespannte Wirtschaftslage und die hohe Inflation im Iran äußerte er sich zuversichtlich, dass sich die Lage letztlich einrenken werde. Den diplomatischen Schlagabtausch verglich er mit einem Schachspiel.
Nach Angaben von Axios setzen US-Regierungsvertreter derzeit eher auf Entspannung. In der vergangenen Woche hatte Trump nach eigenen Worten eine bislang schwerste geplante Angriffswelle gegen den Iran kurzfristig gestoppt.
Teheran knüpft Öffnung der Meerenge an weitreichende Bedingungen
Der Iran hatte am Samstag Hoffnungen auf eine baldige Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Meerenge gedämpft. Der Nationale Sicherheitsrat in Teheran machte deutlich, dass eine Freigabe nur dann infrage komme, wenn die USA zuvor erhebliche Zugeständnisse machten. Genannt wurden unter anderem ein Ende der amerikanischen Seeblockade, der Rückzug von US-Truppen aus der Region, die komplette Aufhebung aller Sanktionen sowie die bedingungslose Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte.
Zwar hatten sowohl Washington als auch Teheran zuletzt signalisiert, eine Einigung könne näher rücken. Seit Beginn des Krieges gab es jedoch wiederholt Kurswechsel, sodass die Lage weiterhin unübersichtlich bleibt.

Nach iranischen Angaben führt Teheran direkte Gespräche mit Oman, das auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge liegt, über Regeln für Schiffspassagen durch die blockierte Route. Beide Länder hatten erklärt, ein Abschluss sei in Reichweite. Trump hatte früher betont, die USA seien in die Verhandlungen eingebunden. Der Iran wies das zurück.
Experte zweifelt an Wirkung reinen Wirtschaftsdrucks
Der israelische Iran-Kenner Danny Citrinowicz schrieb auf X, dass die wirtschaftliche Lage des Irans ohne Zweifel schwierig sei. Es erscheine jedoch wenig wahrscheinlich, dass ökonomischer Druck allein Teheran zu einer Kapitulation bei Verhandlungen oder zu einem Verzicht auf zentrale strategische Ziele bewegen könne. Dazu zähle insbesondere der Anspruch, die Kontrolle über die Straße von Hormus nicht preiszugeben.
Britische Behörde warnt vor ernster Sicherheitslage
Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO warnte unterdessen, die Gefahr in der Meerenge bleibe hoch. Grund seien Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe sowie weitere Schikanen. Nach Einschätzung der Behörde unterstreichen diese Vorfälle, dass der Iran seine Präsenz an wichtigen Transitrouten demonstrieren und den Druck auf Schiffe aufrechterhalten wolle. Der kommerzielle Verkehr bewege sich weiterhin nur auf deutlich reduziertem Niveau.
Vor dem Ende Februar begonnenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran war die Schifffahrt zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ungestört verlaufen. Über die Straße von Hormus wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert; zudem ist sie von großer Bedeutung für Flüssiggas und Düngemittel. Mit Kriegsbeginn führten iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe dazu, dass der Verkehr nahezu zum Stillstand kam. In der Folge zogen die Preise für Öl und Gas auf dem Weltmarkt kräftig an.
Neuer Chef für Irans Nationalen Sicherheitsrat
Auch im inneren Machtgefüge des Irans gibt es Veränderungen. Medienberichten zufolge übernimmt der frühere Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohsen Resai, den Vorsitz des Nationalen Sicherheitsrats. Er sei vom obersten Führer Modschtaba Chamenei ernannt worden. Das Gremium zählt zu den wichtigsten Schaltstellen der Islamischen Republik.
Die Ablösung des bisherigen Vorsitzenden Mohammed Bagher Solghadr durch Resai könnte darauf hindeuten, dass der Einfluss der Revolutionsgarden auf die Regierung weiter wächst.
Auch im Jemen verschärft sich die Lage
Im Schatten des Iran-Kriegs nimmt auch der Konflikt im Jemen wieder an Schärfe zu. Trotz internationaler Appelle zur Rückkehr an den Verhandlungstisch griff die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz erneut die Hafenstadt Mokka an der Westküste des Landes an. Nach Angaben der Armee wurden ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohngebiet der von der Regierung kontrollierten Stadt abgefeuert.
Bereits bei einem vorherigen Angriff seien sieben Zivilisten und Soldaten getötet sowie weitere Menschen verletzt worden, teilte das Militär mit. Huthi-Sprecher Jahja Sari erklärte dagegen auf Telegram, Ziel des Angriffs seien saudi-arabische Truppen und Waffenlager in Mokka gewesen. Die Stadt liegt in der Nähe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die den Zugang zum Roten Meer markiert.
Saudi-Arabien unterstützt seit Jahren die international anerkannte Regierung im Jemen im Kampf gegen die Huthi. Die Miliz hatte 2014 weite Teile des verarmten Landes überrannt und den Bürgerkrieg ausgelöst. Zwar gilt seit 2022 eine Waffenruhe, dennoch kommt es weiterhin zu kleineren Gefechten.
Zuletzt hatten die Huthi zudem mehrere saudi-arabische Schiffe attackiert oder sie zum Kurswechsel gezwungen. In der Nacht zum Freitag griff die Miliz außerdem Ziele in Saudi-Arabien an.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber