US-Präsident Donald Trump hat Berichte über angeblich sinkende Waffen- und Munitionsbestände der USA infolge des Kriegs mit dem Iran entschieden bestritten. In einem späten Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Vereinigten Staaten verfügten weiterhin über "gewaltige Mengen" an Munition, insbesondere bei bestimmten Waffentypen.
Zugleich erklärte Trump, dass laufend große Mengen produziert und bei Bedarf in die USA geliefert würden. Nach seiner Darstellung fährt die amerikanische Verteidigungsindustrie derzeit so viele Produktionsstätten und Fabriken hoch wie nie zuvor in der Geschichte des Landes.
Menschen, die vertrauliche Informationen über die angeblichen Engpässe weitergegeben hätten, drohte Trump offen mit strafrechtlichen Konsequenzen. Diejenigen, die diese aus seiner Sicht "verräterischen" Informationen durchgestochen hätten, würden verfolgt, schrieb er. Zudem würden lange Haftstrafen gefordert.
Medienberichte von CNN und der Washington Post hatten zuvor unter Berufung auf informierte Kreise von schwindenden Vorräten bei bestimmten Waffensystemen berichtet. Genannt wurden dabei vor allem weitreichende Tomahawk-Raketen sowie Patriot-Abfangraketen, die auch von der Ukraine dringend benötigt werden. Laut den Berichten könnten mögliche Engpässe den militärischen Handlungsspielraum der USA im Krieg mit dem Iran einschränken. Die Washington Post schrieb zudem, Trump sei zunächst von einem schnellen und vergleichsweise leichten Sieg ausgegangen.
"Washington Post": Konfrontation zwischen Trump und Hegseth
Nach Informationen der Washington Post soll Trump bei einem Treffen in Camp David am vergangenen Wochenende von Verteidigungsminister Pete Hegseth Aufklärung über angeblich "extreme Munitionsengpässe" verlangt haben. Dem Bericht zufolge wollte der Präsident wissen, warum er über die Lage offenbar getäuscht worden sei.
Hegseth habe demnach seinen Stellvertreter Stephen Feinberg für die Engpässe verantwortlich gemacht – und auch dafür, dass Trump nicht umfassend über die Situation informiert worden sei. Pentagonsprecher Sean Parnell wies beide Darstellungen laut Zeitung jedoch als "erfunden" zurück.
Auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete den geschilderten Konflikt zwischen Trump und Hegseth als "zu 100 Prozent Fake News". Trump habe das "äußerste Vertrauen" in seinen Verteidigungsminister, sagte sie.
Einen früheren CNN-Bericht bestritt Hegseth ebenfalls. Darin hieß es, das US-Militär habe seit Beginn des Kriegs fast vier Fünftel seines THAAD-Bestands im Vergleich zum Vorkriegsniveau verbraucht und rund die Hälfte seiner Patriot-Abfangraketen eingesetzt. THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defense, ein System zur Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen.
Die Washingtoner Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) schätzte Ende Juli, dass den USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stehen könnten. Vor dem Krieg habe der Bestand demnach bei gut 2.300 gelegen.
Quelle: dpa/bearbeitet
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber