Bayern

Stand-up-Paddling: Diese Fehler auf dem Wasser meiden

SUP-Boom auf Bayerns Seen: Was viele nicht wissen – manche Strecken sind tabu, und auf dem Wasser droht echte Gefahr.

10.08.2026, 05:00 Uhr

Immer mehr Menschen nutzen SUPs auf Bayerns Seen – Regeln bleiben entscheidend

In Bayern zieht es seit Jahren immer mehr Freizeitsportler mit dem Stand-up-Paddle-Board aufs Wasser. Wer entspannt über einen See paddeln möchte, sollte jedoch nicht nur die Natur genießen, sondern sich auch vorab über mögliche Einschränkungen informieren. Denn auf einigen Gewässerabschnitten sind SUPs aus Gründen des Natur- oder Sicherheitschutzes nicht erlaubt.

Nicole Schubert, zuständig für den SUP-Bereich beim Bayerischen Kanu-Verband, rät dazu, sich vor dem Start auf den Internetseiten der jeweiligen Gemeinden zu informieren. Nach ihren Angaben wächst die Zahl der Nutzer seit 2015 kontinuierlich. Vor allem während der Corona-Pandemie habe die Sportart einen deutlichen Schub erlebt.

Einfacher Einstieg, breite Zielgruppe

Bei den meisten Boards handelt es sich laut Schubert um aufblasbare Modelle für den Freizeitbereich. Leistungssportler spielen in Deutschland mit nur rund 200 Aktiven kaum eine Rolle. Die Produktion der Boards liege überwiegend bei wenigen großen Herstellern aus China.

Ein Grund für die wachsende Beliebtheit sei der leichte Zugang zu diesem Sport. Einsteiger-Boards seien vergleichsweise preiswert, und die Grundtechnik lasse sich schnell lernen. Außerdem könne jeder selbst bestimmen, wie anstrengend das Paddeln sein soll. Dadurch spreche SUP ganz unterschiedliche Altersgruppen an – von Kindern bis zu Senioren.

Naturschutz- und Gefahrenzonen sind tabu

Trotz aller Freiheit auf dem Wasser gelten klare Regeln. Neben lokalen Verboten dürfen SUPs etwa nicht auf Seen in Naturschutzgebieten genutzt werden. Auch Schilfzonen, Vogelschutzbereiche, Staustufen und andere Gefahrenstellen müssen gemieden werden. Auf größeren Seen ist zudem besondere Aufmerksamkeit gegenüber der Schifffahrt nötig.

Risiko durch Schiffe wird oft unterschätzt

Dass sich nicht alle an diese Vorgaben halten, erlebt Harald Keller von der Forggenseeschifffahrt in Füssen immer wieder. Während es am Bodensee laut den dortigen Schiffsbetrieben kaum Probleme mit SUP-Fahrern gebe, komme es am Forggensee regelmäßig zu gefährlichen Situationen.

Besonders kritisch sei es, wenn Menschen hinter ablegenden Fahrgastschiffen herfahren. Keller bezeichnet dieses Verhalten als lebensgefährlich. Er fordert, dass sich Freizeitsportler intensiver mit den Vorfahrtsregeln auf dem Wasser befassen. Für Fahrgast- und Linienschiffe gelte immer Vorrang.

Auch der Deutsche Kanu-Verband weist online deutlich auf Gefahren hin. Schleusen und Schifffahrtswege seien für SUPs tabu. Große Schiffe könnten starke Wellen und einen Sog verursachen, nur langsam bremsen und kleinere Wasserfahrzeuge leicht übersehen. Wer an eine Schleuse komme, solle das Board aus dem Wasser nehmen und den Bereich an Land umgehen.

Rücksicht als Schlüssel für ein gutes Miteinander

Der Bund Naturschutz sieht die steigende Zahl an SUP-Nutzern gelassen – sofern sich alle an die Regeln halten. Das Naturerlebnis solle grundsätzlich für alle offen sein.

Ähnlich äußern sich auch die bayerischen Fischer. Zwar gebe es hin und wieder Konflikte zwischen Anglern und Paddlern. Wenn SUP-Fahrer jedoch genügend Abstand hielten und den Fischern Raum ließen, funktioniere das Miteinander in der Regel problemlos.

Damit sind sich Naturschützer, Schifffahrt, Kanu-Verband und Fischer weitgehend einig: Auf Bayerns Seen und Flüssen ist für alle Platz – vorausgesetzt, alle verhalten sich rücksichtsvoll.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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