Iran

Iran und Oman kurz vor Hormus-Deal

Showdown um Hormus: Iran meldet Deal mit Oman kurz vor Abschluss – jetzt richtet sich alles auf die Reaktion der USA.

06.08.2026, 05:54 Uhr

Iran und Oman stehen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Vereinbarung über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Zugleich wehrt sich US-Präsident Donald Trump mit scharfen Worten gegen Berichte, wonach der Krieg gegen Iran die amerikanischen Waffenbestände stark belastet haben könnte.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna zitierte Außenamtssprecher Ismail Baghai am Mittwochabend mit den Worten, beide Golfstaaten hätten sich bereits auf geografische Koordinaten für eine Passage verständigt. Eine gemeinsame Erklärung sei demnach nahezu fertig. Die USA seien an den Gesprächen nicht beteiligt. Aus Oman lag zunächst keine öffentliche Bestätigung zu der angeblich bevorstehenden Einigung vor.

Iran: Sicherheitslage weiter vom Verhalten der USA abhängig

Vor dem Kriegsbeginn Ende Februar konnten Schiffe die Meerenge zwischen Iran und Oman ungehindert passieren. Nach übereinstimmenden Berichten bringt Teheran nun eine Art Rundkurs als mögliche Lösung ins Spiel: Schiffe würden auf einer nördlichen Route in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer südlichen Strecke entlang der omanischen Küste wieder verlassen.

Eine solche Regelung könnte Iran erheblichen Einfluss auf den Schiffsverkehr verschaffen und wäre damit ein strategischer Erfolg für Teheran. Eine rasche Normalisierung des Handels am Golf wäre damit jedoch nicht automatisch gesichert.

Baghai machte deutlich, dass eine Einigung allein aus iranischer Sicht keine sichere Passage garantiere. Die Sicherheitslage hänge weiterhin von der andauernden US-Blockade sowie von anderen aus Teheraner Sicht aggressiven und bedrohlichen Maßnahmen gegen Iran ab.

Übergangslösung mit Hürden

Nach Informationen von CNN bezifferte ein ranghoher Vertreter aus den Golfstaaten die Chancen auf eine Einigung zwischen Iran und Oman bis Freitag auf 50 zu 50. Als Problem gilt demnach, dass Vertreter der mächtigen Revolutionsgarden nicht Teil der iranischen Delegation sind, die Details aber am Ende billigen müssten.

Bei der diskutierten Lösung soll es sich um ein Übergangsmodell handeln. Währenddessen könnten vom Iran verlegte Seeminen geräumt werden. Der Streit um die Kontrolle der Meerenge und die Regeln für die Durchfahrt zählt zu den wichtigsten Gründen für die jüngste Eskalation im Konflikt zwischen den USA und Iran.

Auch der türkische Außenminister Hakan Fidan sprach in Ankara von einem vorübergehenden Mechanismus für die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Eine solche Regelung könnte seiner Darstellung nach ähnlich wie das im Juni verhandelte Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA innerhalb von 60 Tagen zu einem dauerhaften Abkommen zwischen den Kriegsparteien führen.

In Washington wächst der Streit um Munitionsbestände

In den USA sorgen unterdessen Berichte für Unruhe, wonach der Krieg mit Iran das amerikanische Raketenarsenal erheblich geschwächt haben könnte. Trump wies neue Medienberichte darüber am späten Mittwochabend zurück und drohte denjenigen, die solche Informationen verbreiten.

Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der Republikaner, die Vereinigten Staaten verfügten über gewaltige Mengen an „Munition“, vor allem bestimmter Typen. Zudem würden große Mengen produziert und bei Bedarf in die USA geliefert. Die amerikanische Verteidigungsindustrie fahre derzeit so viele Produktionsstätten und Fabriken hoch wie nie zuvor, erklärte Trump. Zugleich drohte er mutmaßlichen Informanten mit Konsequenzen: Diejenigen, die diese aus seiner Sicht „verräterischen Informationen“ weitergegeben hätten, würden gejagt, und es würden langjährige Haftstrafen gefordert.

CNN und die „Washington Post“ hatten zuvor unter Berufung auf mit der Sache vertraute Quellen über schwindende Waffenvorräte berichtet. Mögliche Engpässe könnten demnach den militärischen Handlungsspielraum der USA im Krieg mit Iran einschränken.

Trump stellt sich öffentlich hinter Hegseth

Die „Washington Post“ berichtete zudem, Trump habe bei einem Treffen in Camp David am vergangenen Wochenende von Verteidigungsminister Pete Hegseth Erklärungen zu angeblich „extremen Munitionsengpässen“ verlangt. Demnach habe Trump auch Antworten darauf gefordert, warum er offenbar über die Lage getäuscht worden sei. Laut Zeitung soll Hegseth anschließend seinen Stellvertreter Stephen Feinberg für die Engpässe und für die unzureichende Information des Präsidenten verantwortlich gemacht haben.

Trump nannte diese Darstellung in einem weiteren Truth-Social-Beitrag am Donnerstag „verräterisch“ und stellte sich zugleich demonstrativ hinter seinen Minister. Er schrieb, er sei mit der Arbeit von Pete Hegseth „äußerst zufrieden“.

Pentagonsprecher Sean Parnell hatte die Schilderungen der Zeitung zuvor bereits als erfunden zurückgewiesen. Auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete den Bericht über eine Konfrontation zwischen Trump und Hegseth als „zu 100 Prozent Fake News“.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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